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Herbstgutachten : Konjunktur auf der Kippe

Container im Hamburger Hafen: Der Konjunktur droht ein Einbruch Bild: dapd

Viel zu lange hat die Politik verdrängt, dass Griechenland überschuldet ist. Gerät die Krise außer Kontrolle, droht ein abrupter Einbruch.

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          Die Konjunktur steht derzeit extrem auf der Kippe. Gelingt es, die Schuldenkrisen in den südeuropäischen Peripheriestaaten einzudämmen, dann bleibt die deutsche Wirtschaft von einer Rezession verschont. Gerät die Krise außer Kontrolle, dann droht ein abrupter Einbruch bis hin zu einer neuen tiefen Rezession.

          Das wäre ein beunruhigendes Szenario, auch deshalb, weil den Staaten in diesem Fall kaum noch Pulver für große Konjunkturpakete zur Verfügung stände wie vor drei Jahren. Viel zu lange hat die Politik den Kopf in den Sand gesteckt und verdrängt, dass Griechenland überschuldet ist. Die europäischen Regierungen haben die warnenden Stimmen von Fachleuten ignoriert und aus immer größeren Euro-Rettungspaketen Milliarden in das bodenlose Schuldenfass geschüttet, wie die großen deutschen Forschungsinstitute zu recht kritisieren.

          Jetzt setzt sich langsam die Erkenntnis durch, dass eine Umschuldung Griechenlands unvermeidbar ist. Dabei werden Banken Verluste tragen müssen. Es ist aber für die Steuerzahler allemal billiger, einzelne Banken mit staatlichem Notkapital zu retten (gegen eine Aktienbeteiligung) als sämtliche Gläubiger Athens.

          Philip Plickert
          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

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