https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/henkel-gibt-russland-geschaeft-wegen-des-ukraine-konflikts-auf-17967273.html

Wegen Ukrainekrieg : Henkel gibt sein Russland-Geschäft nun doch auf

  • Aktualisiert am

Ein Logo der Henkel AG auf einem Gebäudedach auf dem Werksgelände in Düsseldorf Bild: dpa

Der Konsumgüterkonzern stellt sein Geschäft in Russland ein. Lange hatte das Unternehmen gezögert – zum Missfallen der Aktionäre.

          1 Min.

          Der Konsumgüterkonzern Henkel gibt sein Russland-Geschäft nun doch auf. Das Unternehmen hinter Marken wie Persil, Schwarzkopf und Fa kündigte am Dienstag an, es habe angesichts der aktuellen Entwicklung des Ukraine-Krieges beschlossen, seine Aktivitäten in dem Land einzustellen. „Henkel verurteilt den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und die Gewalt gegen unschuldige Zivilisten“, erklärte Konzernchef Carsten Knobel. Der Umsetzungsprozess werde nun vorbereitet.

          Henkel werde mit seinen Teams in Russland an den Details arbeiten, um einen geordneten Ablauf zu gewährleisten, hieß es. Währenddessen würden die 2500 Beschäftigten von Henkel in Russland weiterbeschäftigt und -bezahlt.

          Die mit der Entscheidung verbundenen finanziellen Auswirkungen des geplanten Ausstiegs für Henkel könnten zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht näher quantifiziert werden. Das Unternehmen war mehr als 30 Jahre in Russland aktiv und betreibt dort elf Produktionsstandorte. Der Konzern erwirtschaftete in Russland zuletzt rund eine Milliarde Euro Umsatz.

          Henkel VZ

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Henkel hatte mit dem Schritt lange gezögert. Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine Ende Februar hatte der Konzern zwar entschieden, alle geplanten Investitionen in Russland zu stoppen sowie Werbung und Sponsoring einzustellen. Die dortige Produktion sollte jedoch weiterlaufen. Dafür gab es auf der Hauptversammlung Anfang April Kritik von Aktionären, die etwa einen Reputationsschaden für Henkel fürchteten.

          Henkel-Chef Carsten Knobel hatte die Russland-Strategie unter anderem damit verteidigt, dass ausländische Unternehmen von der Regierung in Zukunft enteignet werden und ihre lokalen Manager haftbar gemacht werden könnten, wenn sie die Geschäfte einstellen.

          Konkurrent Beiersdorf hatte in der vergangenen Woche erklärt, das Geschäft in Russland sei deutlich reduziert worden, der Konzern wolle dort aber mit Produkten für den täglichen Bedarf der Verbraucher präsent bleiben.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Das Terminal für Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Barcelona

          Unmut über Kreuzfahrtschiffe : Barcelona hat genug

          Viele Einheimische in Barcelona empfinden die Touristenflut als Plage. Die Forderung nach einer Obergrenze für Urlauber wird lauter. Der Unmut richtet sich vor allem gegen die Kreuzfahrtschiffe.
          Kein Idyll: Abgestorbene Fichten auf dem Wurmberg bei Braunlage, dem höchsten Berg Niedersachsens

          Millionenschäden : Hoher Holzpreis lockt Diebe an

          Erst Dürre und dann auch noch Diebe – wegen steigender Preise wird immer mehr Holz gestohlen. Den deutschen Waldbesitzern entstehen dadurch Schäden in Millionenhöhe.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.