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Henkel-Chef Kasper Rorsted : „Der Euroraum wird nicht auseinanderbrechen“

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Kasper Rorsted, der Vorstandsvorsitzende des Waschmittelkonzerns Henkel Bild: Schoepal, Edgar

Der Vorstandschef des Konsumgüterherstellers Henkel ist ein regelmäßiger Gast auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Nachhaltigkeitsthemen beschäftigen ihn schon länger - in diesem Jahr blickt er auch besonders scharf auf die Konjunktur.

          Herr Rorsted, es gibt viele Gründe, nach Davos zu kommen. Was sind 2012 die Themen, die Sie als Gast des Forums interessieren?

          Eine wichtige Rolle spielt für mich das Thema Nachhaltigkeit. Hier stehen wir vor großen Herausforderungen. Wir müssen Wege finden, Wachstum und Lebensqualität von zunehmendem Ressourcenverbrauch und steigenden Emissionen zu entkoppeln. Wie es uns gelingt, mit weniger Ressourcen mehr Wert zu schaffen, werde ich bei verschiedenen Treffen mit anderen Vorstandsvorsitzenden diskutieren.

          Das ist wichtig, aber auch etwas zeitlos ...

          Ein zweites wichtiges Thema für mich ist natürlich auch die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft, und hier insbesondere die Frage, wie sich Wachstumsmärkte wie China entwickeln werden.

          Was heißt das konkret? In den vergangenen Jahren war China mit zweistelligen Zuwachsraten die Konjunkturlokomotive der Weltwirtschaft. Nun verlangsamt sich auch dort das Wachstum. Was bedeutet das für Henkel?

          Auch wenn sich das Wachstum in China abschwächt, müssen sie bedenken: Für 2012 wird immer noch ein Plus von rund 8 Prozent erwartet. Für unser Unternehmen hat China in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen und gehört heute schon zu den fünf umsatzstärksten Ländern. In wenigen Jahren wird China bei uns unter den größten Drei zu finden sein. Wir sehen hier auch künftig ein großes Potential.

          Konzentriert sich alles auf China?

          Neben China sind natürlich auch die anderen Wachstumsmärkte für uns sehr wichtig. Dort erzielen wir heute insgesamt schon mehr als 40 Prozent unseres Umsatzes.

          Einerseits blickt Davos auf China, andererseits auf die Zukunft des Euro. Erwarten Sie ein Auseinanderbrechen des Euroraums?

          Nein, das erwarten wir nicht. Aber wir setzen uns natürlich im Rahmen unseres Risikomanagements mit dem Thema auseinander. Unabhängig von dieser konkreten Frage ist das wirtschaftliche Umfeld heute deutlich volatiler als in der Vergangenheit - und das wird auch so bleiben. Darauf müssen wir uns einstellen und uns ständig anpassen, um schneller und flexibler reagieren zu können.

          Und Henkel ist dafür gerüstet?

          Ja, Henkel ist gut gerüstet: Zum einen durch seine globale Aufstellung - wir erzielen mehr als 80 Prozent des Umsatzes außerhalb von Deutschland. Zum anderen sind wir im Industrie- und im Konsumentengeschäft in vielen Märkten stark positioniert. Dazu kommt eine solide Finanzierung und Bilanzstruktur.

          Zurück zum „Geist von Davos“: Geht es hier letztlich nicht doch nur um Kontaktpflege oder gewinnen Sie wirklich neue Erkenntnisse?

          Es geht um beides. Neben den zahlreichen, offiziellen Diskussionsrunden, in denen ich mit Fachleuten über aktuelle und künftige wirtschaftliche Entwicklungen sprechen kann, nutze ich das Forum für mehr als ein Dutzend Einzelgespräche, zum Beispiel mit Kunden und Geschäftspartnern. Die Möglichkeit, sich in so konzentrierter Form mit Menschen aus der ganzen Welt auszutauschen, gibt es nur in Davos.

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