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Heinz Grossekettler : Eine prägende Stimme der finanzpolitischen Debatte

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Heinz Grossekettler (1939-2019) Bild: privat

Der Finanzwissenschaftler und Politikberater Heinz Grossekettler ist gestorben. Er warb für ein einfacheres Steuersystem. Ein Nachruf.

          Eine seiner späten Arbeiten galt interessanterweise dem Finanzwissenschaftler und Politikberater Fritz Neumark. Das Thema verrät viel über den Autor, Wissenschaftler und Menschen Heinz Grossekettler, der zu seiner Zeit selbst zu den prägenden Stimmen in der finanzpolitischen Debatte gehörte.

          Vielleicht kam noch der Zufall der Geburt hinzu. Denn der in Mainz und Paris ausgebildete Volkswirt kam 1939 in Istanbul zur Welt, wo damals der von den Nazis geflohene Neumark Zuflucht gefunden hatte.

          Der Finanzwissenschaftler und Politikberater Grossekettler setzte die deutsche Lehrtradition fort, die sich weniger an mathematischen Modellen und dafür mehr an dem institutionellen Gefüge orientierte. Das Mitglied und der spätere Leiter des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium der Finanzen warb (leider erfolglos) für ein Steuersystem, das mit nur einem Steuersatz auskommt („Flat-Tax“). Dies würde vieles vereinfachen und den Anreiz mindern, Einkommen zwischen Personen und Zeitperioden zu verschieben.

          Im vergangenen Jahr unterzeichnete er wie auch gut 150 andere Wirtschaftsprofessoren den Aufruf gegen den weiteren Ausbau der Währungs- und Bankenunion zu einer Haftungsunion. Bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2007 lehrte der Mann mit dem Vollbart mehr als drei Jahrzehnte an der Universität Münster.

          Am 17. Januar starb der Fregattenkapitän der Reserve, keine drei Monate vor seinem 80 Geburtstag. In ihrer Traueranzeige danken ihm seine Doktoranden und Freunde. Er habe es verstanden, „in uns Kreativität und Dynamik zu entfachen“.

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