https://www.faz.net/-gqe-9cyma

China im Visier : Heineken will größten Biermarkt der Welt erobern

Heineken soll China erobern Bild: Reuters

Heineken tut sich schwer im Reich der Mitte. Jetzt verbünden sich die Niederländer mit Chinas wichtigstem Braukonzern – und nehmen den größten Biermarkt der Welt ins Visier.

          1 Min.

          Der niederländische Braukonzern verbündet sich mit Chinas größtem Bierhersteller. Heineken erwirbt für knapp 2,7 Milliarden Euro Anteile am Mutterkonzern des Brauers China Resources Beer (CR Beer). So erhält Heineken Zugriff auf ein engmaschiges Vertriebsnetz in der Volksrepublik.

          Tillmann Neuscheler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Niederländer haben am Donnerstag angekündigt, eine 40-Prozent-Minderheitsbeteiligung an CRH zu kaufen. Das Unternehmen wiederum kontrolliert knapp die Mehrheit an CR Beer, dem größten Bierhersteller Chinas. Dessen Biermarke „Snow“ ist in China unbestritten Marktführer, außerhalb Chinas aber kaum bekannt. Die anderen 60 Prozent wird China Resource Enterprise halten. Effektiv werden Heineken damit am Ende 20,67 Prozent von CR Beer gehören.

          CR Beer übernimmt Anteile an Heineken

          Der chinesische Braukonzern soll künftig in China auch Heineken-Bier in Lizenz brauen. Die heutigen Geschäfte von Heineken in China – einschließlich dreier Brauereien – werden mit dem chinesischen Unternehmen verschmolzen. Umgekehrt beteiligt sich – zumindest symbolisch – China Ressource Enterprise auch an Heineken. Für rund 464 Millionen Dollar übernehmen die Chinesen 0,9 Prozent an Heineken.

          Heineken-Chef Jean-Francois van Boxmeer

          Damit könnten die Chinesen auch das weltweite Vertriebsnetz von Heineken nutzen, um die chinesische Marke Snow außerhalb Chinas voranzubringen. Das habe aber nicht erste Priorität, hieß es in einer Telefonkonferenz. In erster Linie ziele die Partnerschaft darauf, Heineken in China zu etablieren.

          Heineken ist – allerdings mit großem Abstand hinter der Nummer Eins Anheuser-Busch Inbev – der zweitgrößte Bierkonzern der Welt, CR Beer folgt auf Platz drei. Mit seiner China-Investition will Heineken dem Weltmarktführer Anheuser-Busch Inbev und außerdem auch Carlsberg in China stärker die Stirn bieten. Die beiden dominieren bislang in China den Markt für Premium-Biere.

          Derzeit kommt Heineken lediglich auf einen Marktanteil von rund 0,5 Prozent in China, CR Beer allerdings auf mehr als ein Viertel, wie Daten des Marktforschers Euromonitor International zeigen. Gemessen am Bierausstoß ist China der größte Biermarkt der Welt, allerdings dominieren nicht westliche Konzerne den Markt, sondern günstige chinesische Anbieter.

          Insgesamt wird in China fast fünf Mal so viel Bier gebraut wie in Deutschland. Der chinesische Markt gilt aber für ausländische Bierkonzerne als schwierig.

          Weitere Themen

          Tönnies will Lazar übernehmen

          Schlachtbetrieb : Tönnies will Lazar übernehmen

          Deutschlands größter Schlachtbetrieb will zukaufen. Hintergrund ist ein Gesetzentwurf, der zum Jahreswechsel schärfere Regeln für die Fleischindustrie vorsieht.

          Topmeldungen

          Wieder beliebter: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron

          Trendwende in Frankreich : Läuft wieder für Macron

          Der Austausch seines Kabinetts und der Ausgang des EU-Gipfels haben die Stimmung in Frankreich zugunsten des Präsidenten gedreht. Marine Le Pen hat das Nachsehen. Vorerst.

          Kultusminister : Das Abstandsproblem einfach leugnen

          Die zweite Corona-Welle rollt an – dennoch sollen nach den Sommerferien die Schulen wieder ganz öffnen. Keiner weiß genau, wie das funktionieren soll. Die Kultusminister verstecken sich hinter Worthülsen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.