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Frankreich : Heilsamer Druck

Der französische Präsident Emmanuel Macron Bild: Reuters

In Frankreich gelten seit Anfang November härtere Bedingungen für den Erhalt staatlichen Arbeitslosengeldes. Emmanuel Macron geht damit einen richtigen und wichtigen Schritt. Er heizt jedoch das soziale Klima weiter an.

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          Emmanuel Macron nimmt der staatlichen Arbeitslosenversicherung Frankreichs etwas von ihrer Großzügigkeit. Gut so, denn bislang reichten schon vier Beitragsmonate für erste Ansprüche, eine im internationalen Vergleich sehr geringe Anforderung. Nicht wenige Empfänger reihten Kurzzeitjobs und Arbeitslosigkeit aneinander, so dass das Arbeitslosengeld sogar über dem Lohn lag. Bei einem Defizit der Arbeitslosenkasse von 35 Milliarden Euro sind diese offenen Schleusen nicht mehr haltbar.

          Die trotz robusten Wachstums hohe Arbeitslosenquote von 8,5 Prozent spricht ebenso dagegen. Bau, Gastronomie oder IT suchen händeringend Mitarbeiter. Nicht jeder ist geeignet oder qualifiziert, doch ein wenig Druck zur Annahme einer festen Stelle schadet nicht. Frankreich bleibe eines der Länder mit den höchsten Auszahlungen der Arbeitslosenversicherung, berichtet die OECD.

          Von sozialem Kahlschlag kann keine Rede sein. Dennoch hat sich das soziale Klima in Frankreich zuletzt wieder aufgeheizt, wie auch neue Bahnstreiks zeigen. Kein gutes Omen, zumal die Regierung bei weiteren Reformprojekten wie der Rente schon Zurückweichen signalisiert.

          Christian Schubert
          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

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