https://www.faz.net/-gqe-a7n1q

Heils Homeoffice-Pläne : Scheindebatte

Ein Frau arbeitet in Homeoffice. Bild: dpa

Die Pläne des Arbeitsministeriums für das Homeoffice sind rein stimmungsgesteuert – und untergraben damit das Vertrauen in die gesamte Infektionsschutzstrategie.

          1 Min.

          Eine der wichtigsten Erkenntnisse dieser Woche lautet: Es gibt keine klaren Erkenntnisse darüber, wie viele oder wie wenige Arbeitnehmer derzeit zu Hause arbeiten – und ebenso wenig darüber, wie viele Arbeitgeber willkürlich Homeoffice verweigern.

          Eine Datenquelle wird zwar ständig zitiert und nun auch von der SPD als Begründung einer neuen „Angebotspflicht“ für Arbeitgeber herangezogen. Aber was diese aussagt, interessiert dabei nicht. Es handelt sich um eine – durchaus valide – Erhebung der Hans-Böckler-Stiftung, wonach nur 14 Prozent der Beschäftigten im Homeoffice arbeiten, etwa halb so viele wie im April.

          Nur: Diese Daten wurden im November erhoben; neuere hat die Stiftung nicht. Verwerflich ist das allein noch nicht. Es gilt aber für eine Politik, die auf solcher Basis wahllos Unternehmen beschuldigt und bestrafen will; und die umgekehrt offenbar gar nicht in Betracht zieht, dass manche Beschäftigte vielleicht auch dann gerne ins Büro gehen, wenn ihnen Homeoffice angeboten wird.

          Eine derart stimmungs- statt faktengesteuerte Politik ist vor allem deshalb verantwortungslos, weil sie das Vertrauen in die gesamte Infektionsschutzstrategie untergräbt.

          Dietrich Creutzburg

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ausschnitt aus dem Gemälde von Edvard Munch „Der Schrei“.

          „Desaster“ und „Versagen“ : Die Republik leidet unter Massenpsychose

          Das Land entrüstet sich über „Desaster“ und „Versagen“. Eine Sau nach der anderen wird durchs Dorf gejagt. Das verleiht ein Gefühl von Macht, zerstört aber das Vertrauen in die Demokratie.
          Maybrit Illner hat in ihrer Sendung am 25.02.2021 mit ihren Gästen über die Frage „Lockern, aber sicher - geht das?“ diskutiert.

          TV-Kritik: „Maybrit Illner“ : „Wir können einfach nicht mehr“

          Deutschland steht vor der dritten Corona-Welle, aber alle reden über Wege aus dem Lockdown. Ob „sichere“ Lockerungen möglich sind, wollte Maybrit Illner mit Ihren Gästen diskutieren. Dabei wurde eine andere Frage zum unvorhergesehen Hauptthema.
          Er hatte gut reden, doch hat man ihm im Internet den Saft abgedreht: Donald Trump, hier bei einem Auftritt Anfang Januar dieses Jahres in Dalton, Georgia.

          Donald Trump ohne Netz : Sendet er jetzt selbst?

          Bei Facebook und Instagram ist der frühere Präsident gesperrt. Das macht Donald Trump zu schaffen. Manche meinen, er könnte einen eigenen Kanal gründen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.