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Heils Homeoffice-Pläne : Scheindebatte

Ein Frau arbeitet in Homeoffice. Bild: dpa

Die Pläne des Arbeitsministeriums für das Homeoffice sind rein stimmungsgesteuert – und untergraben damit das Vertrauen in die gesamte Infektionsschutzstrategie.

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          Eine der wichtigsten Erkenntnisse dieser Woche lautet: Es gibt keine klaren Erkenntnisse darüber, wie viele oder wie wenige Arbeitnehmer derzeit zu Hause arbeiten – und ebenso wenig darüber, wie viele Arbeitgeber willkürlich Homeoffice verweigern.

          Eine Datenquelle wird zwar ständig zitiert und nun auch von der SPD als Begründung einer neuen „Angebotspflicht“ für Arbeitgeber herangezogen. Aber was diese aussagt, interessiert dabei nicht. Es handelt sich um eine – durchaus valide – Erhebung der Hans-Böckler-Stiftung, wonach nur 14 Prozent der Beschäftigten im Homeoffice arbeiten, etwa halb so viele wie im April.

          Nur: Diese Daten wurden im November erhoben; neuere hat die Stiftung nicht. Verwerflich ist das allein noch nicht. Es gilt aber für eine Politik, die auf solcher Basis wahllos Unternehmen beschuldigt und bestrafen will; und die umgekehrt offenbar gar nicht in Betracht zieht, dass manche Beschäftigte vielleicht auch dann gerne ins Büro gehen, wenn ihnen Homeoffice angeboten wird.

          Eine derart stimmungs- statt faktengesteuerte Politik ist vor allem deshalb verantwortungslos, weil sie das Vertrauen in die gesamte Infektionsschutzstrategie untergräbt.

          Dietrich Creutzburg

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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