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Wahlen in Amerika : Hedgefonds spenden mehr Geld an die Demokraten

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Der 87 Jahre alte Hedgefondsmanager George Soros hat Hillary Clinton unterstützt und hilft nun demokratischen Kandidaten in den Zwischenwahlen. Bild: AP

In Amerika geht es im Herbst um die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses. Prominente Investoren greifen dafür teils deutlich tiefer ins Portemonnaie.

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          Zum ersten Mal seit zehn Jahren haben große Hedgefonds in den Vereinigten Staaten mehr Mittel an die Demokraten als an die Republikaner gespendet. Grund dafür sei, dass vor allem politisch eher linksliberale Investoren vor den anstehenden wichtigen Zwischenwahlen ihre Geldgaben merklich erhöht hätten, berichtet die „Financial Times“. Darunter seien beispielsweise Donald Sussman von der Anlagegesellschaft Paloma Partners, außerdem der bekannte Investor George Soros und Jim Simons vom Hedgefonds Renaissance Technologies.

          Paloma habe dieses Jahr bereits mehr als 16 Millionen Dollar an die Demokraten gespendet, Soros mehr als 10 Millionen Dollar. Beide haben dem Bericht zufolge, der sich auf Zahlen des Center for Responsive Politics bezieht, ihre Spenden verdoppelt gegenüber dem Jahr 2014 – dem letzten Wahljahr, in dem nicht über den Präsidenten abgestimmt wurde.

          Die Amerikaner wählen im November viele Sitze in beiden Kammern des Kongresses neu. Sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat haben derzeit die Republikaner die Mehrheit. Die Demokraten wollen sie zurückerobern, zumindest in einer den beiden Kammern. Das würde ihnen deutlich mehr Macht geben und auch dem Präsidenten Donald Trump das Regieren erschweren – viele Gesetze bedürfen der Mehrheit in beiden Kammern, gleiches gilt für die Besetzung wichtiger Positionen in der öffentlichen Verwaltung.

          Dabei ist die politische Haltung von Hedgefonds-Managern in Amerika durchaus unterschiedlich, auch innerhalb desselben Unternehmens, etwa in Renaissance Technologies: Während Jim Simons tendenziell den Demokraten zuneigt, gilt Robert Mercer als Unterstützer rechter Politiker; er gab Geld beispielsweise an das rechte Nachrichtenportal Breitbart und die unlängst gemeinsam mit Facebook in die Schlagzeilen geratene britische IT-Unternehmung Cambridge Analytica.

          Hinter den neuen Spendenzahlen steckt den Angaben zufolge denn auch keine Verschiebung der politischen Haltung wichtiger Manager, es scheint vielmehr so: Während die Unterstützer der Demokraten mehr Geld geben, halten sich die Befürworter der Republikaner stärker zurück.

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