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Geschäftszahlen : Heckler&Koch weist Gewinn vor

  • -Aktualisiert am

Das Logo des Waffenherstellers Heckler & Koch ist auf dem Firmengelände des Unternehmens zu sehen. Bild: dpa

Offene Fragen zum Eigentümerwechsel belasten die Waffenschmiede. Doch im Tagesgeschäft zeigen sich erstmals Erfolge.

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          Der vor einer möglichen Übernahme stehende Waffenhersteller Heckler&Koch hat im Zuge seiner Neuausrichtung des vergangenen Jahres turbulente Zeiten erlebt. Doch erstmals seit zwei Verlustjahren in Folge weist das 70 Jahre alte Unternehmen im Tagesgeschäft wieder ein positives Ergebnis aus. Der Gewinn nach Steuern betrug 1,6Millionen Euro nach einem Verlust von 8,1 Millionen Euro im Jahr 2018, teilte Heckler&Koch mit. Der Umsatz legte um 8 Prozent auf 239,4 Millionen Euro zu. „Mit der erfreulichen Entwicklung 2019 zeigen sich nun die Erfolge unseres Wachstums- und Innovationskurses“, wird der Vorstandsvorsitzende Jens Bodo Koch zitiert.

          Für das laufende Geschäftsjahr gibt sich Koch trotz der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Epidemie optimistisch. Immerhin werde bis Jahresende eine verhaltene, aber weiter stabile Entwicklung erwartet. Auf Koch warten im Zuge des laufenden Umbaus weitere Hausaufgaben. Doch bei dem Unternehmen gibt es einige Baustellen. So liegt die Schuldenlast für 2019 bei 237 Millionen Euro, nach 236 Millionen Euro im Jahr zuvor, und erreicht damit fast den Jahresumsatz, den der Ausrüster von Polizei und Streitkräften mit dem Verkauf von Sturmgewehren, Pistolen oder Maschinengewehren erzielt. Ein Sprecher betont ausdrücklich, das Unternehmen habe ein uneingeschränktes Testat der Wirtschaftsprüfer bekommen. In der Vergangenheit hatten diese schon vor den Risiken der hohen Verschuldung gewarnt.

          Ob Altlasten aus der Vergangenheit finanzielle Risiken bergen, bleibt offen. Wegen illegaler Geschäfte mit Mexiko verurteilte das Stuttgarter Landgericht im Februar 2019 zwei Ex-Mitarbeiter zu Bewährungsstrafen, zudem wurde das Unternehmen zu einer Zahlung von 3,7 Millionen Euro verdonnert. Letztendlich muss der Bundesgerichtshof in Karlsruhe über den Stuttgarter Schuldspruch urteilen.

          Fragen zur künftigen Eigentümerstruktur

          Als Konsequenz der Mexiko-Geschäfte legte der Mittelständler mit weltweit 950 Mitarbeitern, davon über 850 in Deutschland, bereits 2016 eine „Grüne-Länder-Strategie“ fest. Die besagt, dass er nur Waffen in demokratische und nicht korrupte Nato-Staaten oder Nato-nahe Staaten verkaufen darf. Die Türkei, Brasilien und Indien fielen so aus der Kundenliste.

          Das operative Ergebnis vor Steuern legte 2019 um 63 Prozent auf 30,3 Millionen Euro zu. Der Vorstand senkte die Kosten „im mittleren einstelligen Millionenbetrag“ und steigerte die Effizienz in der Produktion. Unter anderem arbeiten die Mitarbeiter länger und verzichten dabei auf Lohn. Überschattet wird das Tagesgeschäft von Heckler&Koch von offenen Fragen zur künftigen Eigentümerstruktur. Bislang hält der Finanzinvestor Andreas Heeschen, der 2002 bei dem Traditionsunternehmen eingestiegen ist, rund zwei Drittel der Anteile. Der andere Großaktionär ist die in Luxemburg ansässige Finanzholding Compagnie de Développement de l’Eau (CDE), die den Angaben zufolge 5,1 Prozent am Stammkapital der Waffenschmiede hält.

          Hinter der CDE steht der französische Investor und Fondsmanager Nicolas Walewski mit dem Privatvermögen seiner Familie. Walewski will die Mehrheit von Heeschen an dem Unternehmen übernehmen. Ein entsprechender Antrag wird seit rund zwei Jahren vom Bundeswirtschaftsministerium geprüft. Wann eine Entscheidung fällt, ist völlig unklar. Heeschen und die CDE standen schon 2015 in einer geschäftlichen Beziehung.

          Damals wurden rund 10 Millionen Aktien an CDE für ein Darlehen verpfändet. Die Stimmrechte hält aber weiter Heeschen. Beide Großaktionäre hatten sich jüngst über ihre Vertreter auf der Hauptversammlung eine heftige Auseinandersetzung geliefert. Die ungelöste Geschäftslage droht künftige Großaufträge zu blockieren. So will die Bundeswehr in Kürze über den Kauf des neuen Sturmgewehrs G36 entscheiden, das Heckler&Koch produziert.

           

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