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Peronalberatung : Headhunter besetzen 72.000 Stellen

Headhunter bei der Arbeit Bild: Rainer Wohlfahrt

So viele Stellen sind noch nie mit Hilfe von Personalberatern besetzt worden. Das Geschäft läuft so gut, dass manche Umworbenen schon genervt reagieren.

          Die deutschen Personalberater haben im vergangenen Jahr so viele Kandidaten auf Stellen plaziert wie noch nie. 72000 Positionen seien mit Hilfe von Headhuntern besetzt worden, gab der Branchenverband BDU während des Personalberatertags auf dem Petersberg bei Königswinter bekannt, das sind rund 4000 Stellen mehr als ein Jahr zuvor. Der Umsatz der Branche ist in Deutschland auf fast 2,4 Milliarden Euro gestiegen. Innerhalb von zehn Jahren hat sich der Branchenumsatz damit mehr als verdoppelt. Das rasante Wachstum der Vorjahre hat sich zwar etwas abgeschwächt, aber mit einer Rate von 7,5 Prozent wuchs die Branche auch 2018 immer noch fünfmal stärker als das Bruttoinlandsprodukt. Trotz abflauender Konjunktur bleiben die Personalberater auch für dieses Jahr verhalten optimistisch, die Branche rechnet in diesem Jahr mit einem Wachstum zwischen 6 und 7 Prozent. Um die Suchaufträge zu stemmen, musste auch die Branche selbst zusätzliches Personal einstellen: Rund 15000 Mitarbeiter beschäftigen Personalberater mittlerweile in Deutschland – 400 mehr als im Vorjahr.

          Tillmann Neuscheler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Deutlich an Bedeutung gewonnen hat die Suche nach sogenannten „Interim-Managern,“ also Führungskräften die meist in Not-Situationen einspringen und Führungspositionen für eine begrenzte Zeit übernehmen. Zwar ist dieses Such-Segment noch immer klein, wächst aber deutlich schneller als andere Geschäftsfelder. Weiterhin sehr gut läuft auch das Geschäft mit der Suche nach Kandidaten für den Maschinenbau und die Chemie- und Pharmaindustrie. Weniger stark wächst die Vermittlung für die Automobilunternehmen, eigentlich traditionell gute Kunden der Personalberatungen.

          Die Honorare für erfolgreiche Vermittlungen sind im vergangen Jahr wieder ganz leicht gestiegen, nachdem es in den Vorjahren etwas bergab ging. Im Durchschnitt stellen die Personalberatung ihren Kunden 26,4 Prozent des Brutto-Jahresgehalts (einschließlich Bonus) der erfolgreich besetzen Stelle in Rechnung. Vor zehn Jahren waren es noch rund 33 Prozent. Interessant ist daher auch ein Blick auf die durchschnittlichen Zieleinkommen der gesuchten Kandidaten. Es beträgt rund 160000 Euro im Jahr (Vorjahr: 155000 Euro). Laut dem Branchenverband wird es zunehmend schwieriger, geeignete Kandidaten zu einem Stellenwechsel zu bewegen. Die Umworbenen reagieren demnach zunehmend genervt auf die Vielzahl von Ansprachen.

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