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BER : Baubehörde erteilt Freigabe für Hauptstadtflughafen

Blick auf den künftigen Hauptstadtflughafen Bild: ZB

Darauf haben die Verantwortlichen lange gewartet: Das Bauamt gibt den BER frei. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Flughafen im Oktober endlich ans Netz geht. Wohl aber nicht unter Volllast.

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          Allen Unkenrufen zum Trotz sieht jetzt alles danach aus, als könne der  Hauptstadtflughafen BER Ende Oktober mit neun Jahren Verspätung den Betrieb aufnehmen. Die Bauaufsichtsbehörde des Landkreises Dahme-Spreewald hat die Nutzungsfreigabe für den Terminal 1 erteilt. Das bestätigte die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) am Dienstag, die die Freigabe als „Meilenstein“ bezeichnete. Tatsächlich ist damit  eine der wichtigsten Hürden  genommen. An der fehlenden Baufreigabe wegen der Probleme mit dem Brandschutz war die Eröffnung im Juni 2012 gescheitert. Auf dem Flughafen wird mittlerweile seit 14 Jahren gebaut.

          Kerstin Schwenn

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Vor gut einer Woche hatte der TÜV Rheinland schon die letzte nötige Bescheinigung erteilt. Vorher waren immer wieder - auch aus Kreisen des Flughafens, der Bauunternehmen und des TÜV - Zweifel geäußert worden, dass dies nach etlichen  Fehlschlägen gelingen werde. Flughafen-Chef Engelbert Lütke Daldrup ist indes schon seit  Monaten zuversichtlich, dass der Eröffnungstermin diesmal zu halten sei. Erst kürzlich hatte er gesagt, die Inbetriebnahme sei „noch nie so sicher gewesen wie heute“.

          Am Dienstag betonte er: „Die Eröffnung des BER kann in diesen Zeiten ein Signal dafür werden, dass es in der Hauptstadtregion wieder aufwärts geht und die Wirtschaft wieder auf die Füße kommt.“ Wegen der Corona- Beschränkungen wird es, anders als geplant, bis auf weiteres keinen Testbetrieb mit Tausenden Komparsen geben. Die FBB will aber in die Vorbereitungen der Betriebsablauftests einsteigen und die  „Restbauarbeiten“ vorantreiben. Für den endgültigen Start braucht der BER noch die luftfahrtrechtlichen Genehmigungen. Anvisiert ist ein Start am 31. Oktober.

          Spätestens eine Woche danach soll auch der West-Berliner Flughafen Tegel schließen, über den bisher fast drei Viertel des Luftverkehrs der Region abgewickelt wurde. Der Rest entfällt auf den alten DDR-Flughafen Schönefeld, dessen Anlagen auch künftig weiter genutzt werden sollen. Mit der Baufreigabe für den BER ist die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass FBB-Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung an diesem Mittwoch beschließen, dass die Geschäftsführung eine zumindest vorübergehende Schließung des Flughafens Tegel bei der zuständigen Luftfahrtbehörde beantragt.

          Hintergrund ist die schwierige Situation der Flughäfen wegen der Corona-Pandemie, die den Luftverkehr aktuell in Berlin auf allenfalls 5 Prozent des üblichen Betriebs schrumpfen lässt. Auch die Berliner Flughafengesellschaft wird vermutlich lange auf öffentliche Zuschüsse angewiesen sein. Der BER wird den Betrieb nicht „unter Volllast“ aufnehmen. Die Schließung von Tegel, die für immer sein könnte, soll einen Sparbeitrag von 7 Millionen Euro im Monat leisten. Vor allem der Bund als dritter Gesellschafter der FBB hat bislang allerdings mit einer Zustimmung zur Schließung gezögert. Berlin und Brandenburg halten an der Gesellschaft je 37 Prozent der Anteile, der Bund 26 Prozent.

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