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Haselnussernte : Schoko-Liebhaber müssen steigende Preise fürchten

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Ob und welche Auswirkungen die schlechte Haselnussernte auf Nutella haben wird, gibt Ferrero nicht bekannt. Bild: AFP

Die Haselnussernte in der Türkei fällt schlecht aus. Nutella könnte bald anders schmecken. Und teurer werden.

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          Wenn Nutella demnächst teurer wird oder plötzlich anders schmeckt, liegt es an den Haselnüssen. Denn die diesjährige Haselnussernte fällt ausgerechnet in der Türkei aller Voraussicht nach mager aus, dem weltgrößten Produzenten und Exporteur von Haselnüssen. Sinkt das Angebot, steigen die Preise - und das könnten letztlich auch die Verbraucher zu spüren bekommen.

          Unwetter, Frost und Hagel - das Frühjahr an der türkischen Schwarzmeerküste bot diesmal alles andere als ideale Bedingungen für den Haselnuss-Anbau. In den vier Provinzen Giresun, Trabzon, Rize und Ordu, die als das Herz der türkischen Haselnuss-Produktion gelten, zerstörte das schlechte Wetter einen Teil der Ernte.

          Während die Türken als größte Haselnussproduzenten der Welt im vergangenen Jahr noch mehr als 500.000 Tonnen der Nüsse ernteten, sieht es in diesem Jahr mau aus. Für 2014 rechnen die türkischen Landwirtschaftskammern nur mit rund 370.000 Tonnen.

          Preis für Haselnüsse schon um mehr als 80 Prozent gestiegen

          Schon die Erwartung, dass das Angebot schrumpft, ließ den Preis für Haselnüsse in die Höhe schießen. Im vergangenen Jahr sei ein Kilo für etwa sechs Lira zu haben gewesen, etwas mehr als zwei Euro, sagt der Chef einer Haselnuss-Fabrik in Ordu, Nejat Yurur. Inzwischen liege der Preis bei elf Lira - ein Plus von mehr als 80 Prozent.

          Das trifft in allererster Linie die Süßwarenhersteller. „Alle ins Ausland verkaufte Haselnüsse aus der Türkei werden von der Schokoladen-Industrie verwendet“, betont Ilyas Edip Sevinc, Präsident des Verbands der Exporteure an der Schwarzmeerküste. Die Hälfte der Lieferungen gehen nach Deutschland und Italien, wo der Süßwarenhersteller Ferrero seinen Sitz hat.

          Nutella beispielsweise, der Verkaufsschlager von Ferrero, besteht zu 13 Prozent aus Haselnüssen. Für das Unternehmen ist die Haselnuss einer der „wichtigsten Rohstoffe“. Im Juli gab der Konzern deshalb den Kauf des türkischen Familienunternehmens Oltan bekannt - das laut Ferrero „weltweit führende Unternehmen in den Bereichen Beschaffung, Verarbeitung und Vermarktung von Haselnüssen“.

          Ferrero äußert sich nicht

          Der Süßwarenhersteller äußerte sich bislang nicht dazu, ob ein steigender Haselnuss-Preis auch die Verkaufspreise für seine Produkte in die Höhe treiben könnte. Haselnüsse sind unter anderem auch in Ferrero Rocher und Hanuta enthalten, nicht nur in Nutella.

          Angesichts der schlechten Ernte-Aussichten in der Türkei überlegt der Nutella-Hersteller laut Presseberichten nun, mehr Nüsse aus dem US-Bundesstaat Oregon zu kaufen. Das werde jedoch den Geschmack der Schoko-Nuss-Creme verändern, warnte die türkische Zeitung „Milliyet“.

          Die Rezeptur der Nuss-Nugat-Creme ist bis heute streng geheim. Bekannt ist aber, dass vor etwas mehr als 50 Jahren der Konditorsohn Michele Ferrero die Haselnüsse in seinem Aufstrich eher als Notlösung verwendete. Er mischte sie unter, um nicht zu viel Geld für Schokolade ausgeben zu müssen. Im April 1964 war so der erste Pott Nutella-Creme geboren.

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