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Hanks Welt : Aktientipps für Philosophen

Statue von Sokrates vor der Kunstakademie von Athen in Griechenland. Bild: Picture-Alliance

Sokrates macht reich: Nichts wissen hilft ungemein. Das gilt auch für die Investition in Aktien. Doch nur 18 Prozent der Deutschen besitzen Aktien und Aktienfonds. Das ist jammerschade.

          4 Min.

          Vielleicht nehmen wir Deutschen den griechischen Philosophen Sokrates einfach zu ernst. Oder haben ihn gar nicht richtig verstanden? Gängiger Überlieferung zufolge stammt von Sokrates das Diktum „Ich weiß, dass ich nichts weiß“. Der Satz ist schon deshalb rätselhaft, weil er mit der Paradoxie zurechtkommen muss, dass jemand, wenn er nichts weiß, logischerweise auch nicht wissen kann, dass er nichts weiß. Oder aber umgekehrt, dass, wenn er sein Nichtwissen für gewiss hält, er die generelle Aussage relativieren müsste, er wisse einfach gar nichts.

          Rainer Hank

          Freier Autor in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Wir überlassen die Auflösung dieser Paradoxie getrost den Philosophenstammtischen am Silvesterabend. Und wenden uns der einfacheren, aber gleichwohl nicht trivialen Frage zu, ob Nichtwissen ein Defizit oder nicht vielmehr eine Stärke ist. Zu viel Wissen jedenfalls erdrückt. Aber die Angst, zu wenig zu wissen, macht arm. Dazu kommt uns eine gerade von der Deutschen Börse veröffentlichte Studie wie gerufen (leicht zu finden auf deutsche-boerse.com). Dort nämlich wird die These vertreten, dass Nichtwissen hilft, wenn es um die Geldanlage geht. Und dass die Befürchtung, nichts zu wissen, dummerweise viele Menschen davon abhält, am Aktienmarkt mitzumischen. Der Sokrates der Jahres 2019 ist für mich ein Finanzwissenschaftler der „Frankfurt School of Finance and Management“ namens Michael Grote. Sein sokratischer Börsen-Lehrsatz lautet: „Viele wissen nicht, dass man nichts wissen muss.“

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