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Hanks Welt : Entmachtet die Kapitalisten!

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Liest man diese Texte heute, fällt auf, dass die Idee der Vermögenspolitik inzwischen gänzlich von der Agenda verschwunden ist. Allenfalls als Instrument der Altersvorsorge fristet sie ein trauriges Nischendasein, aber als Strategie der Verteilung zur Bereicherung der ärmeren Klasse wird sie nicht mehr verstanden. Die Gewerkschaften haben nie viel von Vermögensbildung gehalten: Ihre Funktionäre erhofften sich Machtgewinn eher durch aggressive Lohn- und Mitbestimmungsforderungen. Dass die Wirtschaft durch die Mitbestimmung gerechter geworden wäre, lässt sich indes – siehe Volkswagen, wo der Betriebsrat besonders mächtig ist – beim besten Willen nicht behaupten. Als dann endlich, am Ende des 20. Jahrhunderts, die Christdemokraten mit der Idee zu flirten begannen, wir müssten alle Aktionäre werden, schaffte es die Telekom-Aktie in kurzer Zeit, den Traum von der Volksaktie gründlich zu desavouieren.

Die Deutschen sparen schlecht

Seither ist der Volkskapitalismus mausetot. Die Folgen sind verheerend. Die Deutschen sparen wie die Weltmeister, aber sie sparen schlecht, weil aus ihrem Geld viel mehr werden könnte, wenn sie es anders anlegen würden. Inzwischen ist angesichts steigender Inflation die Rendite eines durchschnittlichen deutschen Depots, das Festgeld, Anleihen, Immobilien und Aktien enthält, sogar negativ.

Zum Vergleich: Während fast 50 Prozent der Amerikaner ihr Geld in Aktien anlegen, sind es in Westeuropa 25 Prozent, in Deutschland aber lediglich 19 Prozent. Aktien seien riskant, Teufelszeug für Zocker, sagt der Volksmund. Dabei hätten wir seit 1970 zu jedem Zeitpunkt mit Gewinn einsteigen können, wenn wir auch nur 13 Jahre lang in Aktien investiert geblieben wären. Selbst eine Wette auf den Dax, kurz vor der Lehman-Pleite vor zehn Jahren abgeschlossen, wäre inzwischen positiv. Natürlich sind dabei nicht einzelne Aktien gemeint, sondern Fonds (ETF), die einen Aktienindex nachbilden und das Anlagerisiko streuen. Hätte, hätte, Fahrradkette!

Macht Bürger zu Kapitalisten!

Und was bedeutet das nun alles für die CDU? Wir finden, einen Versuch wäre es wert, die angestaubte Idee der Vermögensbildung aus der christlich-liberalen Tradition in einem neuen CDU-Programm kräftig zu bewerben. Erst recht, nachdem einiges darauf hindeutet, dass in der heutigen Superstar-Ökonomie der Digitalkonzerne die sogenannte Lohnquote weiter schrumpft: Was liegt da näher, als dass die Arbeiter und Angestellten das, was sie am Lohn relativ verlieren, sich über Kursgewinne und Dividenden wieder zurückholen.

Dabei geht es nicht darum, den Arbeitern Aktien der eigenen Firma zu geben. Die kann pleitegehen, und dann hat der arme Mann seinen Job und sein Geld verloren. Lukrativ sind hingegen ETF-Sparpläne, in die ein (zusätzlicher) Anteil des Lohns regelmäßig fließt. Wenn man früh beginnt, werden damit aus 25 Euro im Monat nach vierzig Jahren stattliche 70.000 Euro.

Die Politik könnte, wenn sie denn wollte, Unternehmen mit Steuervorteilen locken, ihren Belegschaften mit dem Arbeitsvertrag solche Sparpläne anzubieten. Sie könnte, noch besser, generell die Steuern senken, um den Spielraum der Menschen zum Aktiensparen zu vergrößern. Während die Linke den Großaktionären ihre Gewinne wegsteuern will, könnte eine christlich-liberale Alternative dagegen halten: Macht die Bürger zu Kapitalisten!

War ja nur mal so eine Idee. Zur programmatischen Erneuerung der Union reicht das nicht, schon klar.

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