Demokratie in der Krise? :
Keine Angst vor Populismus

Lesezeit: 4 Min.
Alice Weidel (l.) und Alexander Gauland (r.), die Fraktionsvorsitzenden der AfD, im Bundestag während einer Rede des früheren CDU-Fraktionschefs Volker Kauder
Das Misstrauensvotum gegen Merkels Mann an der Unions-Fraktionsspitze soll eine demokratische Meisterleistung sein. Das Misstrauensvotum der AfD und ihrer Wähler gegen die etablierten Parteien gilt dagegen als gefährlich. Hier wird mit zweierlei Maß gemessen.

Demokratien sterben, die Parteiendemokratie ist in der Krise. So schallt es uns nun schon seit vielen Monaten entgegen. Und dann schauen wir uns um – und was sehen wir: Schon lange nicht mehr war Politik so lebendig wie heute.

Oder soll man etwa den Sturz des CDU-Chefstrategen und Merkel-Vertrauten Volker Kauder auf offener Bühne nicht als Erfolg der Parteiendemokratie bezeichnen? Das hat vielleicht noch nicht ganz Shakespearesche Züge, doch für einen Abend auf der Studiobühne würde es reichen. Haben sich die Umstürzler abgesprochen? Ist Ralph Brinkhaus der Intrigant, der den Naiven mimt? Oder gibt es einen Rädelsführer hinter ihm? Und war das nun das Vorspiel für den Sturz der Kanzlerin, wofür man dann freilich die Theatermaschinen noch etwas schmieren müsste, damit ein richtiges großes Spektakel daraus wird?

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