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Handytelefonate : Was man so zu hören kriegt

Handytelefonate in beachtlicher Lautstärke gehören zum ICE-Alltag Bild: Daniel Pilar / F.A.Z.

„Ja, hallo, ich bin's. Du glaubst nicht, was passiert ist. Ich sitze gerade im Zug. Ja . . ., weil, stell dir vor, die Mutti ist tot.“ So beginnt das Telefongespräch der Dame auf dem Fensterplatz. Und der ganze Waggon hört mit.

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          Die Dame auf dem Fensterplatz ganz hinten im Großraumwagen telefoniert in beachtlicher Lautstärke: „Ja, hallo, ich bin's. Du glaubst nicht, was passiert ist. Ich sitze gerade im Zug. Ja . . ., weil, stell dir vor, die Mutti ist tot.“ Kunstpause. „Nein, heute früh um acht hat sie noch gelebt, da haben wir noch telefoniert. Da war sie noch topfit und hat mir ganz viel von ihrem Urlaub erzählt. Na ja und dann wollte sie rausgehen, Blätter zusammenkehren. Du weißt ja, wie sie ist, sie führt ständig ihren persönlichen Kampf gegen das Laub.

          Nadine Bös

          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

          Und dann hat der Nachbar sie gefunden, im Vorgarten, da ist sie dann anscheinend zusammengebrochen, und als der Notarzt dann kam, da war die Mutti dann schon tot.“ - „Nein, ich habe das von der Polizei erfahren, die kommen ja immer, wenn keine Angehörigen in der Nähe wohnen und dann habe ich mich gleich in den Zug gesetzt, und jetzt bin ich unterwegs.“ - „Nein, danke, ich brauche keine Hilfe, ich wollte ja nur, dass du es weißt. Weil, . . . eigentlich war die Mutti ja noch topfit.“ - „Jedenfalls wäre es schön, wenn du es noch ein paar Leuten sagen könntest, weil ich bin ja jetzt im Zug, und da geht das nicht so gut.“

          „Ein wahres Wort“, murmelt die Sitznachbarin der Dame und vergräbt sich hinter einem Ordner mit Papieren. Sie liest nicht sehr lange. Denn bald erschallt eine mittlerweile vertraute Stimme aus Richtung Fensterplatz. „Ja, hallo, ich bin's. Ich wollte dir nur Bescheid sagen: Die Mutti ist tot.“

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