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Smartphones & Co. : EU-Standard für alle Ladekabel kommt 2024

USB-C-Stecker Bild: iStock

Handys, Digitalkameras, Tablet-Computer und Kopfhörer sollen in der EU nur noch mit dem ovalen USB-C-Kabel aufgeladen werden. Das soll Kosten sparen und Elektroschrott verhindern. Nur einer sperrt sich noch.

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          Die europäischen Verbraucher können künftig mit einem „Allzweckkabel“ ihre Mobiltelefone, Tabletcomputer, Spielekonsolen, Digitalkameras oder Kopfhörer laden. Von 2024 an dürfen die Hersteller diese Geräte nur noch mit dem ovalen sogenannten USB-C-Ladeanschluss verkaufen. Dafür hat sich am Mittwoch der Binnenmarktausschuss des Europaparlaments ausgesprochen. Das Laden per Mikro-USB oder mit den Lightning-Anschlüssen vom iPhone-Unternehmen Apple gehört damit zumindest in der EU der Geschichte an. Nachdem es vor einem Jahrzehnt noch rund 30 Ladeformate gab, sind inzwischen wegen des jahrelangen Drucks der EU nur noch diese übrig geblieben. Gegen das Allzweckladekabel sperrt sich letztlich nur noch Apple.

          Hendrik Kafsack
          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Die Hersteller werden zudem verpflichtet, ihre Geräte ohne Ladekabel anzubieten. Ein Verbot des Verkaufs neuer Elektrogeräte inklusive Ladekabel ist aber anders als von den Grünen gefordert nicht vorgesehen. Das Europäische Parlament stellt sich damit weitgehend hinter einen Gesetzesvorschlag, den die Europäische Kommission im September des vergangenen Jahres vorgelegt hat. Es muss sich nun noch mit dem Ministerrat, dem Gremium der Mitgliedstaaten, auf eine gemeinsame Position einigen. Der hatte den Kommissionsvorschlag Ende Januar faktisch unverändert übernommen.

          Die französische Ratspräsidentschaft will während ihrer Amtszeit bis Ende Juni eine Einigung erzielen. Streit dürfte es um den genauen Zuschnitt der betroffenen Geräte geben. So will das Parlament weitere elektronische Kleingeräte wie Zahnbürsten oder „Smartwatches“ einbeziehen. Auch fordern die Abgeordneten, dass die Kommission bis 2026 einen einheitlichen Standard für kabelloses Laden vorschlägt, damit dem Nebeneinander verschiedener Ladekabel nicht ein Nebeneinander verschiedener kabelloser Ladestationen folgt. Die Kommission hat das in ihrem Vorschlag zwar aufgegriffen, aber kein Datum dafür festgelegt.

          Die Vorsitzende des Binnenmarktausschuss, Anna Cavazzini von den Grünen, begrüßte das Ergebnis. „Ein einziger Standard zum Aufladen von Smartphones, Laptops oder Kopfhörern spart Ressourcen, vermeidet Tausende Tonnen Elektroschrott und schont den Geldbeutel der Verbraucherinnen und Verbraucher“, sagte sie. Das einheitliche Ladekabel sei ein perfektes Beispiel dafür, wie hoher Verbraucherschutz mit der Bekämpfung der Klimakrise Hand in Hand gehe. Die Suche in der hauseigenen Ladegerätesammlung gehöre damit der Vergangenheit an, sagte der SPD-Abgeordnete René Repasi. „Wir wollen so die Preise der Endgeräte senken und vermeidbaren Elektroschrott verhindern.“ Die Kommission hatte die Menge des jährlich durch Ladekabel anfallenden Elektroschrotts auf 980 Tonnen beziffert.

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