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„Gas, Wasser, Schießen“ : Das Handwerk ist sauer auf die Bundeswehr

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Die Bundeswehr sucht Nachwuchs und wirbt mit diesem Plakat gezielt um Handwerker. Bild: Imago

„Gas, Wasser, Schießen“ – so wirbt die Bundeswehr um Handwerker. „Niveaulos“ findet der Handwerkspräsident die Abwerbungsversuche. Einen SPD-Politiker erinnert der Spruch sogar an den Ersten Weltkrieg.

          Auf dem Arbeitsmarkt wird mit harten Bandagen gekämpft. Azubis, Fachkräfte, Ingenieure – fast überall fehlt es an Leuten. Und auch die Bundeswehr sucht immer offensiver nach zivilen und militärischen Kräften.

          In ihrer aktuellen Kampagne ist sie aber deutlich über das Ziel hinaus geschossen, finden zumindest Vertreter des deutschen Handwerks. „Gas, Wasser, Schießen“ steht dort auf den Plakaten – und darunter: „Handwerker (M/W/D) gesucht.“

          Anlass genug für Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, sich in einem Brief bei Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen zu beschweren. Gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe erläutert er seine Empörung: Die Bundeswehr bekomme schon ausreichend Fachkräfte aus dem Handwerk. Er empfinde es als bemerkenswert, dass ausgerechnet die Bundeswehr „uns jetzt mit einer derart offensiven Abwerbekampagne das Leben schwermachen will“. Das empfinde er als „Geringschätzung gegenüber dem Handwerk“. Wollseifer übt allerdings nicht nur inhaltliche Kritik. Er hält den Werbespruch an sich für „niveaulos“. „Das gehört sich einfach nicht“, meint er.

          Mit seiner Kritik ist er nicht allein. „Wir töten nur die Keime im Trinkwasser“, schrieb der Fachverband Sanitär-Heizung-Klima (SHK) Baden-Württemberg auf Twitter. Die Bundeswehr sei über das Ziel „hinausgeschossen“. Dem Handwerk „ausgebildete Fachkräfte abwerben – geht gar nicht“. Wer einen „Volltreffer“ landen wolle, solle direkt ins Handwerk gehen.

          Der Vizevorsitzende des SHK-Bundesverbands, Norbert Borgmann, hält die Kampagne für einen „Schuss in den Ofen“. Wer um jeden Preis auffallen wolle, sei nicht auf der Höhe der Zeit.

          Einige Twitter-Nutzer schrieben zudem, der Slogan könne Assoziationen an die Vergasung von Juden im Holocaust oder den Einsatz chemischer Waffen im Ersten Weltkrieg wecken. Der SPD-Politiker Karl Lauterbach schrieb: „Unglaublich, wie dumm und peinlich die Bundeswehrwerbung schon wieder ist.“ Und weiter: „Es liegt doch auf der Hand, dass dies Assoziationen zum Gaskrieg weckt.“ Hoffentlich sei die Ausbildung besser als die Werbung, ergänzte er.

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