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Amerika gegen China : Tech-Konzerne raten von Zöllen ab: „Das funktioniert nicht“

  • Aktualisiert am

Fake-iPhones in Hongkong: Amerika wirft China den Diebstahl geistigen Eigentums vor. Bild: Reuters

Ein wichtiger amerikanischer Handelsverband erklärt, wieso Zölle im Streit mit Peking wenig bringen werden. Und empfiehlt eine Alternative, in der auch Deutschland eine Rolle spielen könnte.

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          Amerikanische Technologie-Unternehmen raten der Regierung in Washington davon ab, sich im Streit mit China zu stark auf Zölle zu fokussieren. „Zölle funktionieren nicht", schrieb der Präsident des Handelsverbandes ITI (Information Technology Industry Council), Dean Garfield, in einem Brief an den amerikanischen Finanzminister Steven Mnuchin. ITI vertritt die Interessen der größten in den Vereinigten Staaten aktiven Software- und Hardwarekonzerne. Dazu zählen Apple, Amazon und Facebook, Twitter wie auch Intel oder das deutsche Softwareunternehmen SAP.

          Statt auf Abgaben zu setzen, sollten die Vereinigten Staaten lieber nach Verbündeten suchen, um gegen die unfairen Handelspraktiken der Volksrepublik vorzugehen. „Wir ermutigen die Regierung ausdrücklich, eine internationale Koalition zu bilden, um sich bei der Welthandelsorganisation und darüber hinaus gegen China zu wehren“, hieß es. Die Vereinigten Staaten seien einzigartig gut aufgestellt, um dabei die Führungsrolle zu übernehmen. Letztlich gehe es darum, Verhandlungen über die Gestaltung von ausgewogenen Handelsbeziehungen zu führen und dafür möglichst zügig in die Volksrepublik zu reisen.

          „Unfaire Vergeltung“

          Der amerikanische Präsident Donald Trump hatte am Wochenende erklärt, im Handelsstreit mit Zugeständnissen Chinas zu rechnen. Die Auseinandersetzung zwischen beiden Ländern hatte sich zuletzt wieder verschärft. Trump drohte zusätzliche Zölle auf Importe aus China im Volumen von 100 Milliarden Dollar im Jahr an. Als Grund nannte er Chinas „unfaire Vergeltung“ auf Trumps Zolldrohungen. Die Regierung in Peking kündigte daraufhin Gegenmaßnahmen „um jeden Preis“ an, sollte Trump sein Vorhaben umsetzen.

          Dazu könnte wohl auch zählen, die Währung Yuan schrittweise abzuwerten gegenüber dem Dollar. Eine entsprechende Analyse werde derzeit von Regierungsbeamten erstellt, meldet der Finanzdienst Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Das bedeute allerdings nicht zwingend, dass es wirklich zu einer Yuan-Abwertung kommen werde. Ein solcher Schritte bedürfe der Zustimmung der Regierungsspitze.

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