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Kommentar zu Trump gegen Abe : Japan kapituliert in der Handelspolitik

  • -Aktualisiert am

Abe und Trump: Wer macht den besseren Deal? Bild: AP

Japans Ministerpräsident Abe hätte Trump nicht nachgeben sollen. Jetzt gärt in Tokio die Sorge, dass der Amerikaner die Welt in eine Form des geregelten Handels hineinführt.

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          18 Monate lang hielt Japans Ministerpräsident Shinzo Abe dem amerikanischen Druck stand und verweigerte bilaterale Verhandlungen über einen Freihandelsvertrag. Abe blockierte nicht, weil er freien Handel ablehnt. Das japanische Nein zu bilateralen Gesprächen war eine stete Einladung an Amerika, dem transpazifischen Freihandelsbündnis (TPP) wieder beizutreten. Präsident Donald Trump hatte die Teilnahme Amerikas an TPP direkt nach Amtsantritt aufgekündigt und damit den multilateralen und regelgebundenen Handelsbeziehungen einen Schlag versetzt. Abe gab den edlen Samurai, der versuchte, Trump auf den Pfad der handelspolitischen Tugend zurückzuführen.

          Damit ist der Japaner grandios gescheitert und hat jetzt zweiseitige Verhandlungen über die Handelsbeziehungen akzeptiert. Das ist eine Kapitulation der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt vor dem wirtschaftlich noch Mächtigeren. Trumps Drohung, einen Zoll von 25 Prozent auf die Einfuhr von Autos zu erheben, ließ Abe einknicken. Der Schaden für Japans Autobauer wäre zu groß. Dass die beiden Länder offiziell nicht über einen von Abe abgelehnten Freihandelsvertrag, sondern nur über einen Vertrag über Warenhandel sprechen wollen, ist nur noch verbale Rechthaberei, um das Gesicht zu wahren.

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