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Handels-Kommentar : Die Hoffnung hat sich nicht erfüllt

Donald Trump hat China schon länger im Visier. Bild: AP

China nutzt alle legalen und weniger legalen Möglichkeiten, sich Technologie anzueignen. Jetzt bewegt es sich in Richtung Diktatur. Der Westen hat das toleriert.

          Präsident Donald Trump will chinesische Importe mit drakonischen Zöllen belegen, um China für Handelspraktiken zur Aneignung geistigen Eigentums zu bestrafen. Importzölle sind heikel, weil Regierungen damit ihre eigenen Bürger bestrafen. Sie müssen im Zweifel für eingeführte Smartphones mehr Geld bezahlen. Zudem provozieren Strafzölle Vergeltungsschläge, die der heimischen Industrie schaden.

          Allerdings kann es keine Zweifel geben: China nutzt alle legalen und weniger legalen Möglichkeiten, sich Technologie anzueignen. Es zwingt westliche Firmen in Gemeinschaftsunternehmen und Technologietransfers, verlangt Rabatt auf Patente und fordert Internetunternehmen auf, ihre Datenzentren in China zu betreiben, wenn sie dort Geschäft machen wollen.

          Der Westen hat diese Entwicklungen toleriert in der Hoffnung, China sei auf einem Pfad zu einer offeneren Gesellschaft. Leider hat sich diese Hoffnung nicht erfüllt. China bewegt sich in Richtung Diktatur mit unverhohlenen Hegemonie-Ansprüchen. Einem solchen Land will man entgegentreten und keine gefährliche Technologie gönnen. Strafzölle sind eine Möglichkeit, selbst wenn sie wirtschaftspolitisch schaden.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

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