https://www.faz.net/-gqe-38qi

Handel : Metro wächst vor allem im Ausland

  • Aktualisiert am

Metro wächst und strahlt Bild: dpa

Der Handelskonzern Metro ist 2001 gewachsen und hält daran fest, das Ergebnis je Aktie um gut zehn Prozent zu verbessern.

          2 Min.

          Bei einer „insgesamt erfreulichen flächenbereinigten Umsatzentwicklung“ bekräftigte die Metro AG die Prognose von mindestens zehn Prozent Ergebnissteigerung je Aktie für das Geschäftsjahr 2001.

          Wie die Geschäftsleitung am Mittwoch in Düsseldorf mitteilte, stieg der Konzernumsatz um 5,5 Prozent auf 49,5 Milliarden Euro von 46,9 Milliarden Euro im Jahr 2000. Besonders hoch ist der Auslandsanteil an der Umsatzsteigerung: Er nahm um elf Prozent zu. Der Anteil des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz erhöhte sich damit von 42,2 auf 44,4 Prozent.

          Positive Verfehlung

          Bei schwieriger Konjunkturlage und hartem Wettbewerb hatte Metro ihre Wachstumsvorhersage im Oktober von ursprünglich sieben auf sechs Prozent revidiert. Nun verfehlte der Konzern die eigene Prognose knapp. Die erreichten 5,5 Prozent werden von Analysten dennoch positiv bewertet.

          Für Philipp Bonheffer von Merck Finck ist entscheidend, dass die Prognose für das Ergebnis pro Aktie bekräftigt wurde. Die Aktie legte am Mittwoch denn auch zunächst leicht zu. Als bekannt wurde, dass Finanzvorstand Stefan Kirsten zu ThyssenKrupp wechselt, drehte der Kurs deutlich ins Minus. Analysten sehen darin jedoch keinen Grund zur Beunruhigung.

          Expansion im Ausland

          Mittlerweile ist der Konzern in 24 Ländern präsent und will im Ausland weiter wachsen. Laut Konzernführung gehören Asien, Polen und die Türkei zu den Schwerpunkten der Expansion. Allein im abgelaufenen Geschäftsjahr kamen weltweit 80 neue Standorte hinzu. Davon entfielen 31 auf Cash & Carry Märkte, 43 auf Media-Saturn-Läden.

          Hohe Umsätze mit Lebensmitteln

          Das Unternehmenssegment Cash & Carry bedient den Großhandel und macht Metro zum Weltmarktführer in diesem Bereich. Hier versorgen sich Restaurants, Großbetriebe aber auch kleine Händler mit Food- und Nonfood-Artikeln. Die Extra-Verbrauchermärkte und die SB-Warenhäuser Real bedienen die Endverbraucher.

          Rund 70 Prozent des Umsatzes erzielt Metro mit Lebensmitteln. Ihre sonstigen Aktivitäten, so die Kritik von Elizabeth Balsom, Analystin bei Standard & Poor's, „verleihen dem Konzern jedoch den Anschein eines Konglomerats“.

          Sorgenkind Baumarkt

          Teil des „Konglomerats“ ist die Media/Saturn-Gruppe, die Unterhaltungselektronik, Tonträger und Haushaltsgeräte vertreibt. In diesem schwierigen Marktsegment brach der Umsatz in Deutschland branchenweit um 10,1 Prozent ein. Im August und September stoppte Metro wegen mangelnder Nachfrage sogar Werbeaktionen für Media und Saturn. Dennoch kehrten die beiden Elektronikfachmärkte im vierten Quartal 2001 zu einem zweistelligen Umsatzwachstum zurück.

          Die Praktiker Baumärkte, die unter der schwierigen Situation in der gesamten Branche leiden, sind weiterhin das Sorgenkind der Metro AG. Analysten wie Balsom befürworten eine Trennung von der Praktiker-Kette.

          Wintereinbruch bremst Umsätze

          Im Warenhausgeschäft ist Metro mit Galeria/Kaufhof vertreten. Hier glich das zufriedenstellende Weihnachtsgeschäft die schwächere Umsatzentwicklung zu Beginn des vierten Quartals teilweise aus. Allerdings litten alle Unternehmensbereiche unter dem starken Wintereinbruch. Vor allem in Deutschland und in Teilen Süd- und Osteuropas bremsten Schnee und Kälte die üblicherweise guten Umsätze in der letzten Dezemberwoche.

          Weitere Themen

          Daimler schließt Milliarden-Vergleiche in Amerika Video-Seite öffnen

          Dieselskandal : Daimler schließt Milliarden-Vergleiche in Amerika

          Der Autobauer Daimler will in den Vereinigten Staaten mit mehr als zwei Milliarden Dollar Streitigkeiten im Dieselskandal beilegen. Für Vergleiche mit mehreren amerikanischen Behörden werden nach Konzernangaben rund 1,5 Milliarden Dollar fällig, für die Beilegung einer Sammelklage von Verbrauchern etwa 700 Millionen Dollar.

          Trump erhöht Druck auf Tiktok

          Neue 90-Tage-Frist : Trump erhöht Druck auf Tiktok

          Ein neues Dekret sieht vor, dass sich der Tiktok-Mutterkonzern Bytedance von seinem Amerika-Geschäft trennen und Daten von amerikanischen Nutzern vernichten muss – innerhalb von 90 Tagen.

          Topmeldungen

          Eine Frau arbeitet während des Lockdown von zuhause aus.

          Arbeitsrecht : Was Chefs in Corona-Zeiten dürfen

          Sind Zwangstests auf Covid-19 erlaubt? Was gilt für brisante Daten? Können Kosten für das Homeoffice steuerlich abgesetzt werden? Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Arbeitsrechts-Fragen in Bezug auf die Pandemie.

          8:2-Gala gegen FC Barcelona : Alle Achtung, FC Bayern!

          Die Münchner demütigen den einst so großen FC Barcelona mit Lionel Messi im Viertelfinale der Champions League. Das 8:2 erinnert an das deutsche 7:1 im WM-Halbfinale 2014. Doch für den FC Bayern hat die Sache nicht nur einen Haken.
          43:56

          Digitec-Podcast : Kampf um Tiktok

          Präsident Trump droht mit Verbannung, Microsoft verhandelt eine Übernahme: Was aus der besonders unter Jugendlichen beliebten App wird, diskutieren wir mit Tiktok-Fachmann Adil Sbai.

          Republikaner begehren auf : Amerika oder Trump!

          Die härtesten Kritiker des Präsidenten finden sich in den eigenen Reihen. Konservative machen gegen ihn im Netz mobil. Ihre Botschaft ist eindeutig.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.