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Handel : Handelskonzerne zeigen wenig Hoffnung

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Die anhaltende Flaute im Einzelhandel schmälert die Umsätze von Metro und Douglas. Nur Zukäufe und das Auslandsgeschäft stabilisieren das Ergebnis.

          Wegen der anhaltenden Flaute im Einzelhandel haben die großen Handelskonzerne ihre Umsatzziele verfehlt. Bei Douglas stützen Zukäufe das Ergebnis, Metro profitiert vom Auslandsgeschäft.

          Bei Metro, dem weltweit fünftgrößten Handelskonzern, stieg der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr 2002 nach vorläufigen Zahlen um 4,0 Prozent auf 51,5 Milliarden Euro. Damit verfehlte Metro seine eigene Prognose, wonach der Konzern noch im Oktober einen Zuwachs von 5,0 bis 5,5 Prozent für das gesamte Jahr anstrebte.

          Metro wächst weiter im Ausland

          Die Vertriebslinien der Metro - das Kerngeschäft des Konzerns - konnten den Umsatz 2002 um 4,3 Prozent auf 51,1 Milliarden Euro steigern. Währungsbereinigt wuchs der Umsatz im Kerngeschäft um 5,0 Prozent. Der Auslandsumsatz des Konzerns stieg um 8,2 Prozent auf 23,8 Milliarden Euro. Der Auslandsanteil erhöhte sich damit von 44,4 Prozent auf 46,3 Prozent, teilte Metro weiter mit.

          Fast die Hälfte des Umsatzes erzielt Metro mittlerweile im Ausland

          Metro-Vorstandsvorsitzender Hans-Joachim Körber sprach von einer Umsatzentwicklung der Vertriebslinien am unteren Ende der eigenen Erwartungen. Die Geschäftsentwicklung der Nonfood-Vertriebslinien, wie die Elektronikfachmärkte MediaMarkt/Saturn, nannte er sehr zufriedenstellend. Damit bleibe der geplante Anstieg beim Ergebnis je Aktie von zehn Prozent erreichbar. Für das vierte Quartal wies Metro ein Umsatzplus von 2,6 Prozent und währungsbereinigt von 4,1 Prozent aus.

          Umsatzminus bei Douglas

          Schleppend verlief auch das Geschäft beim Handelskonzern Douglas. Nur dank Zukäufen steigerte der Hagener Konzern den Umsatz im Geschäftsjahr 2002 um zwei Prozent auf 2,23 Milliarden Euro. Auf der Verkaufsfläche ergebe sich hingegen ein Umsatzminus von 1,8 Prozent, hieß es.

          Douglas hatte jüngst prognostiziert, der Konzernumsatz solle sich „unter der Annahme eines guten Weihnachtsgeschäfts“ um zwei bis vier Prozent erhöhen. Im Dezember sei das Weihnachtsgeschäft aber in allen Bereichen hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Auch der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) hatte bereits von einem allenfalls passablen Geschäft rund um die Festtage gesprochen. Das Umsatzminus im nach HDE-Einschätzung schwierigsten Jahr der Nachkriegsgeschichte für die Branche sei an Weihnachten nicht einmal ansatzweise aufgefangen worden.

          Konsumflaute hält 2003 an

          Auch 2003 werde der Handel - angesichts der finanziellen Belastungen der Verbraucher durch Erhöhungen bei Steuern und Abgaben - mit der Konsumflaute zu kämpfen haben, prognostiziert das Douglas-Management. „Es zeichnet sich ab, dass auch das Jahr 2003 ein schwieriges Jahr für den Einzelhandel wird", so Vorstandschef Henning Kreke.

          Auch beim Aushängeschild des Handelskonzerns, den Douglas-Parfümerien, kamen die Wachstumsimpulse lediglich aus dem Ausland. Im Inland schrumpften die Erlöse. Der Umsatz der in Europa führenden Parfümeriekette stieg im Gesamtjahr um 3,6 Prozent auf 1,24 Milliarden Euro, sank bereinigt um Sonderfaktoren allerdings um 0,3 Prozent.

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