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Handel : Handel mit neuen EU-Ländern weiter im Aufwind

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Der Außenhandel mit den neuen EU-Ländern hat sich rasant ausgeweitet und wird sich ähnlich weiterentwickeln. In die zehn Länder flossen laut Statistischem Bundesamt 2003 neun Prozent der deutschen Ausfuhren.

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          Der deutsche Außenhandel mit den zehn neuen EU-Ländern hat sich im vergangenen Jahrzehnt rasant ausgeweitet und wird nach Einschätzung des Statistischen Bundesamtes diese Dynamik in den kommenden Jahren beibehalten.

          Im vergangenen Jahr führte Deutschland nach Daten des Amtes Waren im Wert von knapp 60 Milliarden Euro in die am 1. Mai beitretenden Länder aus und bezog in etwa ebenso viel von dort. „Die Handelsbeziehungen mit dieser Ländergruppe haben sich in den letzten zehn Jahren vervierfacht", sagte der Vizepräsident des Bundesamtes, Walter Radermacher, am Donnerstag in Frankfurt.

          Der Warenaustausch mit den Ländern, der geradezu explodiert sei seit dem Übergang dieser Länder zur Marktwirtschaft, werde wahrscheinlich weiter zunehmen, ergänzte Albrecht Krockow, der Leiter des Referats Außenhandel.

          Automobilindustrie dominiert den Handel

          Inzwischen werden mehr Güter aus Mittel- und Osteuropa sowie den drei baltischen Ländern Litauen, Estland und Lettland importiert als exportiert. Dies liegt Radermacher zufolge an der Entwicklung in der Autoindustrie, die die Handelsbeziehungen nicht nur mit den Vereinigten Staaten, sondern auch mit den neuen Ländern der Europäischen Union (EU) dominiert.

          Viele deutsche Hersteller und Zulieferer der Branche haben ihre Produktion in die Beitrittsländer verlagert. Vor allem die drei größten Länder Polen, Ungarn und Tschechien führen nicht nur Fahrzeuge aus Deutschland ein, sondern liefern als Haupthandelsgut auch Kraftwagen und Kraftwagenteile. Dabei ist den Statistikern zufolge nicht auseinander zu halten, welcher Anteil als echter Export gelten kann und wie viele Waren nur unter Konzerntöchtern ausgetauscht werden.

          Neun Prozent der deutschen Ausfuhren gehen in die Beitrittsländer

          In die zehn Beitrittsländer, zu denen noch die Slowakei, Slowenien, Zypern und Malta gehören, flossen 2003 neun Prozent der deutschen Ausfuhren, elf Prozent der Einfuhren stammten von dort. Durch die EU-Erweiterung wird der Handelsanteil mit den EU-Staaten wieder auf mehr als 60 Prozent steigen, nachdem er im vergangenen Jahr etwas auf gut 56 Prozent gesunken war. Tschechien und Polen liegen bereits auf Platz elf und zwölf der Rangliste der wichtigsten Handelspartner. An erster Stelle liegt nach wie vor Frankreich mit einem Anteil von zehn Prozent, gefolgt von den Vereinigten Staaten und Großbritannien.

          Deutschland war statistisch im vergangenen Jahr mit Ausfuhren im Wert von 749 Milliarden Dollar Exportweltmeister, und überflügelte damit knapp die Ausfuhren der Vereinigten Staaten von 725 Milliarden Dollar. Diesen Titel hat die Exportwirtschaft den Statistikern zufolge allerdings zum Teil nur der Euro-Aufwertung zu verdanken, unter der sie im vergangenen Jahr eigentlich gelitten hatte. Rechne man die Euro-Aufwertung heraus, ergebe sich nur noch ein Warenwert von 626 Milliarden Dollar.

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          Unser Autor: Oliver Georgi

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