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Hamstern in Coronakrise : Die Deutschen kaufen mehr und größere Gefriertruhen

Leergehamstert: Diese Tiefkühltruhe in einem Berliner Supermarkt. Ob ambitionierte Hamster über ähnliche Geräte für zu Hause nachdenken? Bild: dpa

Wer hamstern will, braucht Platz in der Gefriertruhe. Deren Absatz steigt laut einer Umfrage in der Coronakrise. Und auch Spielekonsolen sind deutlich gefragter.

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          Die Hamsterkäufe der Deutschen seit Beginn der Coronakrise schlagen sich auch in ihren Hausgeräten nieder. Nach einer neuen Umfrage des Konsumelektronik-Branchenverbandes GFU zeichnen sich im Medienkonsum und im Kaufverhalten hierzulande gravierende Veränderungen ab.

          Thiemo Heeg
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Laut der Untersuchung, die der F.A.Z. exklusiv vorliegt, gibt es vor allem im Segment der Kühl-Gefrier-Kombinationen und bei Gefriergeräten viele vorgezogene Käufe. „Besonders auffallend ist hier, dass 86 Prozent der Befragten sogar ein größeres Gerät gekauft haben als ursprünglich geplant“, betont die GFU. Die Ursache dafür sei sicher, „dass viele Käufer eine verstärkte Bevorratung von Lebensmitteln sicherstellen möchten“.

          Mehr Spielekonsolen

          Auch andere Bereiche sind überdurchschnittlich gefragt. So gab es den Angaben zufolge deutlich mehr vorgezogene oder nicht geplante Käufe von IT-Produkten wie Notebooks, Tabletcomputern und PC-Monitoren. Dies gehe sicher auf die Schließung der Schulen und das damit verbundene Homeschooling sowie auf den höheren Anteil an Homeoffice-Nutzung zurück, glauben die Branchenfachleute. So arbeiten der Umfrage zufolge 21 Prozent der Berufstätigen unter den Befragten derzeit ausschließlich vom Homeoffice aus, knapp 18 Prozent wechseln zwischen Homeoffice und Büro beim Arbeitgeber.

          Auch das Kaufverhalten für Produkte mit erhöhtem Freizeitnutzen habe sich verändert. Die vorgezogenen Käufe von Spielkonsolen seien um 14 Prozent höher als die verschobenen Käufe, bei den E-Book-Readern seien es sogar 40 Prozent. Im Segment der Smartphones sei die Entwicklung dagegen negativ: Hier seien die verschobenen Käufe mehr als dreimal so hoch wie die vorgezogenen. Die GFU begründete dies mit der Tatsache, dass viele Smartphone-Käufe mit einem Vertrag eines Netzbetreibers gekoppelt sind. Der Abschluss solcher Verträge sei aufgrund der geschlossenen Geschäfte aber nur online möglich.

          Für die repräsentative Studie wurden in der ersten Aprilwoche 1000 Personen in Deutschland online befragt. Ein interessantes Ergebnis ist auch der Anteil von Online-Käufen – schließlich müssten geschlossene stationäre Geschäfte eigentlich dafür sorgen, dass viel Konsum in Online-Plattformen abwandert. Tatsächlich geben 17 Prozent der Befragten an, dass sie aktuell mehr Dinge des nicht alltäglichen Bedarfs online kaufen. Demgegenüber stehen rund 6 Prozent, die aktuell eher weniger online kaufen. Mehr als drei Viertel – 77 Prozent – sagen allerdings, dass sich ihr Online-Kaufverhalten nicht verändert habe. GFU-Aufsichtsratschef Hans-Joachim Kamp zeigte sich zuversichtlich, dass nach Überwindung der Pandemie wieder mit einer deutlichen Marktbelebung zu rechnen sei.

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