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Hamburgs Olympia-Bewerbung : Friede, Freude, Fischbrötchen

Modell des Hamburger Olympia-Stadions: Hier sollen die Spielen 2024 eröffnet werden - wenn die Bewerbung Erfolg hat. Bild: dpa

Erst der VW-Skandal, jetzt der DFB-Skandal - doch Hamburg lässt sich seinen Olympia-Traum nicht kaputtmachen. Von einer Vertrauenskrise keine Spur. Die Industrie zahlt kräftig mit.

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          Mit der Olympiabewerbung in Hamburg ist es ein bisschen wie auf dem Fischmarkt. Die Senatskanzlei ist der Verkäufer. Im Angebot hat sie nicht Barsch oder Aal, sondern Unmengen von Dokumenten. Es gibt sie umsonst, und man muss sich dafür nicht mal morgens früh am Elbufer in den Regen stellen, sondern kann sie einfach aus dem Internet herunterladen. So stehen derzeit im Hamburger „Transparenzportal“ mehr als achtzig Dokumente zur Bewerbung um die Olympischen Sommerspiele 2024 und dem Referendum bereit, für das am Montag die Wahlunterlagen an die 1,3 Millionen Stimmberechtigten versendet werden. Bis zum 29. November sollen sie ihr „Ja“ oder „Nein“ zu Olympia abgeben.

          Jonas Jansen
          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Nicht erst der Verdacht, es sei bei der Vergabe der Fußballweltmeisterschaft 2006 nicht nur mit rechten Dingen zugegangen, hat die Hamburger Olympiabefürworter dafür sensibilisiert, wie sehr die Deutschen Ordnung und Fairness mögen. Erst die Diesel-Manipulation von Volkswagen, jetzt der DFB-Skandal: Die Reputation einer ganzen Nation scheint in Gefahr.

          Das Bewerbungskomitee in Hamburg darf es sich jedenfalls nicht leisten, auch nur den Anschein von Verschwiegenheit zu erwecken. Wenigstens bei dieser Ausschreibung soll, bitteschön, alles korrekt ablaufen. Compliance ist das Stichwort: Alle sollen sich an die Regeln halten. Auch deshalb sitzt im Aufsichtsrat der Bewerbungsgesellschaft die Rechtsanwältin Sylvia Schenk, die sich in der Nichtregierungsorganisation Transparency International um den Sport kümmert. Und sie sagt zu den Compliance-Regeln, denen sich das Bewerbungskomitee, der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und das Internationale Olympische Komitee (IOC), unterworfen haben: „Das läuft alles gut.“

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          Bislang kostete die Bewerbung 6 Millionen

          Hamburgs Transparenzgesetz hilft da natürlich mit, weil sonst sicher nicht alle Dokumente im Netz verfügbar wären. Nach den vergangenen Skandalen um die Vergabe der Spiele nach Salt Lake City hat das IOC inzwischen einen Ethik-Code und sich selbst eine Reform verschrieben, um transparenter zu werden. Doch kann man das alles glauben? Schenk sagt: ja. „Auch mit dem tollsten Compliance-Gesetz kann man Korruption nicht gänzlich ausschließen. Aber dagegen, dass systemische Korruption entsteht, haben wir nun schon einiges getan.“ Als über die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 entschieden wurde, habe dagegen noch niemand über Compliance gesprochen.

          Kürzlich ist im Transparenzportal der vorläufige Finanzreport aufgetaucht, der auf 114 Seiten die voraussichtlichen Kosten und Einnahmen gegenüberstellt. 11,2 Milliarden Euro soll Olympia an der Elbe kosten, mehr als die Hälfte davon muss vom Bund kommen. Von den 7,4 Milliarden Euro, die nach Abzug der kalkulierten Einnahmen des Olympischen Organisationskomitees noch übrig bleiben, kann sich Hamburg nämlich nur 1,2 Milliarden als Zuschuss leisten: Das wären jeweils 200 Millionen Euro im Jahr von 2018 bis 2023. Damit würde die Stadt den verordneten Schuldenschnitt ab 2019 nicht gefährden.

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