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Einzelhandel in der Pandemie : Die gebeutelten Geschäftsinhaber von Hamburg

„Was haben Sie von einer Lederjacke und Silberschmuck, wenn Sie damit nicht auf die Piste gehen können?“, fragt Giulia Christen vom Bekleidungs- und Schmuckgeschäft Pyrato-Style. Bild: Hayley Austin

Im zweiten Lockdown mussten Einzelhändler länger schließen als noch vor einem Jahr. Wie sie das verkrafteten, hängt ganz von ihrem Geschäftsmodell ab: Eine Geigenbauerin, ein Fleischer und vier andere erzählen ihre Geschichte.

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          Giulia Christen kennt in ihrem Geschäft fast nichts anderes. Pandemiezeiten seien für Pyrato-Style fast Normalität, sagt sie. Ende 2019 hat sie ihr Geschäft mit der schon älteren Marke im Stadtteil Eppendorf eröffnet, und bald begann die Pandemie. Sie stellt alles in Handarbeit her – maßgeschneiderte Lederjacken und -hosen, Schmuck. „Was haben Sie von einer Lederjacke und Silberschmuck, wenn Sie damit nicht auf die Piste gehen können?“, fragt sie. In der Werkstatt aber entwarfen sie weiterhin Ketten und Schnitte. „Wenn eh keiner kommt, geh ich eben auch später“, sagt Christen.

          Carsten Germis
          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.
          Matthias Wyssuwa
          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Die Betroffenheit Hamburger Einzelhändler während des zweiten Corona-Lockdowns war so vielfältig wie die Geschäftsmodelle. Auf eine Normalisierung wartet Christian Möller vom Reisebüro Derpart. Sein Umsatz brach zeitweise um neunzig Prozent ein. „Die Überbrückungshilfen haben mein Büro ein Stück weit am Leben gehalten“, sagt er. Ganz anders ging es Diane Hittig in ihrem Blumenladen. „Die Stammkundschaft hat fleißig Blumen gekauft“, sagt sie. Etwas schwankender war der Umsatz in Dennis Jacobs Fleischerei. „In den ersten Wochen wurde ordentlich auf Vorrat gekauft“, erzählt er. Die Unsicherheit war spürbar. Je mehr Menschen zu Hause kochen mussten, desto besser lief es. Sobald Restaurants wieder öffneten, verschob sich die Nachfrage.

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