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Hamburg : Große Reederfusion vor dem Aus

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Eine Fusion der beiden großen deutschen Linienreedereien Hapag-Lloyd und Hamburg Süd ist vorerst vom Tisch. Die Projektarbeiten bezüglich einer Fusion sind auf Wunsch des Oetker-Konzerns, zu dem Hamburg Süd gehört, eingestellt worden.

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          Der geplante Zusammenschluss der Hamburger Schifffahrtsunternehmen Hapag-Lloyd und Hamburg Süd zur viertgrößten Container-Reederei der Welt droht zu scheitern. Die Projektarbeiten bezüglich einer Fusion der Reedereien seien auf Wunsch der Oetker-Seite vorerst eingestellt worden, teilte Hapag-Lloyd am Sonntagabend mit. „Hauptgrund für diese Entscheidung ist, dass beide Eigentümergruppen bislang keine Einigkeit über eine partnerschaftliche Ausgestaltung der Transaktion erzielen konnten.“ Die Familie Oetker ist der Alleingesellschafter von Hamburg Süd.

          Hapag-Lloyd gehört mehrheitlich der Stadt Hamburg (Anteil: 37 Prozent) und dem Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne (28 Prozent). Letzterer dürfte die Verhandlungspause, die sehr wahrscheinlich das endgültigen Aus für den hoch gepriesenen Zusammenschluss bedeutet, provoziert haben. Kühne pocht auf ein weitgehendes Mitspracherecht, obwohl sein Anteil an dem fusionierten Unternehmen im Erfolgsfall auf 13 bis 15 Prozent fallen dürfte. Das jedoch geht den Oetkers zu weit. Sie wollen die unternehmerische Führung und das Sagen haben und sich nicht vom unberechenbaren und rechthaberischen Kühne ins Geschäft hereinreden lassen. Kühne wiederum nimmt in Kauf, für die Durchsetzung seiner Machtinteressen auf die auch von ihm als sinnvoll und richtig beschriebene Fusion zu verzichten.

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