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Hamburg, Düsseldorf und Co. : Hochtief verkauft seine Flughafensparte

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Der Flughafen Hamburg: Bislang hielt Hochtief 49 Prozent der Anteile, der Stadt Hamburg gehören weiterhin 51 Prozent. Bild: dpa

Das größte deutsche Bauunternehmen Hochtief hat nach jahrelangem Suchen einen Käufer für sein Flughafengeschäft gefunden. Die Sparte soll für 1,1 Milliarden Euro an einen kanadischen Pensionsfonds gehen.

          Hochtief verkauft seine Flughafensparte „Hochtief Airport“ an einen kanadischen Pensionsfonds. Betroffen sind Beteiligungen an mehreren Flughäfen. In Deutschland gehören dem Baukonzern bislang Anteile an den Flughäfen Hamburg und Düsseldorf. Im Ausland an den Flughäfen Athen, Budapest,  Sydney und Tirana.

          Die Transaktion erfolge rückwirkend zum 1. Januar und soll 1,1 Milliarden Euro einbringen, teilte der Konzern am Dienstag in Essen in einer Ad-hoc-Mitteilung mit.

          Eigentlich wollte Hochtief den Verkauf der Flughafen-Beteiligungen schon 2011 unter Dach und Fach bringen. Das Unternehmen hatte damals auf einen Erlös von bis zu 1,5 Milliarden Euro gehofft.

          Hamburger Senat zufrieden

          Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) begrüßte das Geschäft mit den Kanadiern. „Nach bisheriger Einschätzung des Senats wurde ein langfristig orientierter Käufer gefunden, der die Interessen der Stadt Hamburg nicht infrage stellt und eine weiterhin positive strategische Entwicklung des Flughafens ermöglicht.“

          Mit den Verkaufserlösen will Hochtief Schulden abbauen.  Bis spätestens 2014 soll der Konzernschuldenfrei sein. Auch die Aktionäre sollen an den zukünftigen Verkäufen „angemessen“ beteiligt werden. Davon würde vor allem der hoch verschuldete ACS-Konzern profitieren.

          Während die Geschäfte vor allem bei der australischen Tochtergesellschaft Leighton wieder besser liefen, machte Hochtief in Europa abermals einen Verlust. Insbesondere das Hamburger Großprojekt Elbphilharmonie habe dort das Ergebnis belastet. Das Europa-Geschäft trägt heute weniger als zwölf Prozent zum Umsatz bei.

          Hochtief wurde im Jahr 2011 vom spanischen Baukonzern ACS  übernommen. Seither war unter Aktionären und in der Belegschaft immer wieder Sorgen laut geworden, der Mehrheitseigner ACS könnte den Essener Traditionskonzern zerschlagen.

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