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Halliburton : Öl-Dienstleister streicht weitere 5000 Stellen

  • Aktualisiert am

Halliburton streicht weitere 5000 Stellen. Bild: AP

Der niedrige Ölpreis belastet die Branche immer mehr: Der zweitgrößte Dienstleister der Welt baut Tausende Stellen ab. Auch Pleiten sind wahrscheinlich.

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          Der niedrige Ölpreis rüttelt die Energiebranche in den Vereinigten Staaten durch: Nun verkündet der Industrie-Dienstleister Halliburton, noch mehr Arbeitsplätze abbauen zu wollen als ohnehin schon geplant. Weitere 5000 Stellen sollen wegfallen, die Belegschaft um weitere acht Prozent verringert werden.

          Seit dem Jahr 2014 hat der texanische Konzern auf der ganzen Welt bereits rund ein Viertel seiner Arbeitsplätze abgebaut. Die Talfahrt der Ölpreise bescherte dem nach de, Konzern Schlumberger zweitgrößten Dienstleister der Branche im vierten Quartal des vergangenen Jahres unter dem Strich einen Verlust von 28 Millionen Dollar ein. Nach Angaben von Halliburton konnte nur der bereits eingeschlagene Sparkurs ein noch größeres Minus verhindern.

          Was ist mit den Banken?

          Weil der Ölpreis seit Juni 2014 mehr als 70 Prozent nachgegeben hat, haben viele Öl- und Gasproduzenten ihre Förderung gedrosselt und Investitionen zurückgefahren. So entließ das Unternehmen Schlumberger im Schlussquartal des vergangenen Jahres 10.000 Mitarbeiter - der Vorstandschef verdiente gleichwohl dennoch einen zweistelligen Millionenbetrag.

          Neben Stellenkürzungen drohen der Branche aber auch (mehr) Firmenpleiten. Fachleute der Unternehmensberatungsgesellschaft Deloitte haben unlängst aufgelistet, dass in den Vereinigten Staaten allein zwischen dem 1. Juli 2014 und dem 31. Dezember des vergangenen Jahres 35 Firmen in der Ölexploration und Ölförderung Insolvenz („Chapter 11“) beantragt haben.

          Mit großen Problemen kämpft dieser Analyse zufolge mehr als ein Drittel aller börsennotierten Ölexplorations- oder Ölförderfirmen der Welt. Das sind 175 Unternehmen, in deren Bilanzen zusammengerechnet 150 Milliarden Dollar Schulden stehen; 50 von ihnen könnten noch in diesem Jahr in die Insolvenz gehen, weil sie schon jetzt zum Beispiel ein negatives Eigenkapital auswiesen, schätzen die Deloitte-Fachleute.

          Eine große Sorge, die in diesem Zusammenhang die Runde macht, ist die Frage, wie sehr die Banken davon betroffen sind, die viele Kredite an die Energiebranche vergeben haben. Die Großbank JP Morgan kündigte vor wenigen Tagen an, mehr Geld zurückzulegen für mögliche Ausfälle - bislang geht es dabei um einen kleinen Milliardenbetrag, der für die Bank keine echte Gefahr darstelle.

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