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Halbleitermangel : Gefährlicher Wettlauf der Subventionen

Mitten im weltweiten Chipmangel hat der Halbleiterkonzern Infineon ein neues Werk im österreichischen Villach eröffnet. Das Foto zeigt einen Blick in den Reinraum. Bild: dpa

So sehr der aktuelle Chipmangel schmerzt: Milliardenhilfen für Fabriken sind nicht die Lösung, sondern Ausdruck einer verfehlten Industriepolitik.

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          Viel mehr als wohlkalkulierten Spott hat Intel-Chef Pat Gelsinger für die EU momentan nicht übrig. Während die Welt Milliarden in den Bau von Chips investiert, die Tausende Mal feiner als ein Haar sind, ist der Marktanteil der EU an der Fertigung von einst 45 Prozent auf unter zehn Prozent gesunken. Technisch liegt sie mehrere Chip-Generationen hinter den führenden Koreanern und Taiwanern. Zugleich zwingt ein Chipmangel die Autohersteller zu Produktionskürzungen und bremst die Digitalisierung.

          In der EU wird Gelsinger wie ein Heilsbringer empfangen, denn er stellt Milliardeninvestitionen in Aussicht für eine europäische „Mega-Fab“, wie die Halbleiterfabriken im Branchensprech heißen. Diese will sich kein Land, vor allem aber Deutschland nicht, entgehen lassen. Zu groß ist die Angst, in einer Schlüsseltechnik abgehängt zu werden und die Zukunft der Autobranche und das Vorzeigeprojekt Industrie 4.0 zu gefährden. Schließlich sind autonomes Fahren und eine digital vernetzte Produktion ohne Chips undenkbar.

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