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Halbleiterindustrie : Pralle Order für ASML

In einer ASML-Werkhalle in Veldhoven Bild: via REUTERS

ASML kommt mit der Produktion nicht hinterher. Der niederländische Chipmaschinenhersteller profitiert vom steigenden Bedarf an Chips und deutet an, demnächst seine Langfristprognose zu erhöhen.

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          ASML kommt mit der Produktion nicht hinter dem Bedarf nach seinen Chipmaschinen her. „Wir sehen weiterhin, dass die Nachfrage nach unseren Systemen unsere momentane Produktionskapazität übersteigt“, teilte der Vorstandsvorsitzende Peter Wennink am Mittwoch bei der Veröffentlichung von Zahlen zum ersten Quartal mit. Man versuche dem mit mehr Produktivität und schnelleren Produktionszyklen zu begegnen. Wennink ließ zudem durchschimmern, dass der Konzern aus dem Süden der Niederlande in Bälde seine Langfristprognose erhöhen dürfte: „Im Lichte der Nachfrage und unserer Pläne, die Kapazität zu erhöhen, erwarten wir, dass wir unsere Szenarien für 2025 und Wachstumsgelegenheit darüber hinaus neu bewerten werden.“ Darüber plane man im zweiten Halbjahr zu informieren.

          Klaus Max Smolka
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das aus dem Philips-Konzern hervorgegangene Aufsteigerunternehmen beliefert die Halbleiterindustrie mit Maschinen zur Chipherstellung – und hat in der neuesten Generation ein technisches Monopol. Es profitiert von dem stark gestiegenen Bedarf der Halbleiterindustrie. Mit 244 Milliarden Euro Marktwert ist es das zweitschwerste im europäischen Leitindex Euro Stoxx 50 hinter dem Luxuswarenanbeiter LVMH – und doppelt so schwer wie der deutsche IT-Anbieter SAP.

          Im Geschäft der ersten drei Monate übertraf der Chipausrüster die Erwartungen der Börsianer leicht. Im ersten Quartal fielen 3,5 Milliarden Euro Umsatz an und 695 Millionen Euro Nettogewinn. Analysten hatten 621 Millionen Euro Gewinn bei Erlösen von 3,3 bis 3,5 Milliarden Euro erwartet. Der Umsatz lag zwar deutlich unter dem Vorjahreswert – aber das hat nach Erläuterung des Managements mit einer neuen Test- und Auslieferungspolitik zu tun: ASML liefert seine Großmaschinen, die jeweils einen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag kosten, schneller zum Kunden aus, führt dort noch Tests aus, was die Endabnahme verzögert; so werden Umsätze später verbucht.

          Angesichts der anhaltenden globalen Halbleiterknappheit meldete ASML weiter starke Aufträge. „Wir arbeiten sehr, sehr intensiv daran, alle Lieferkettenprobleme zu bewältigen, mit denen alle beschäftigt sind“, sagte Finanzvorstand Roger Dassen. Die Bestellungen lagen in den ersten drei Monaten bei 7 Milliarden Euro. Für das zweite Quartal stellte ASML einen Umsatz von 5,1 bis 5,3 Milliarden Euro in Aussicht und bekräftigte für das Gesamtjahr die Prognose eines Umsatzwachstums von 20 Prozent. Die Aktie zog bis zum späten Nachmittag um rund sechs Prozent an.

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