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Halbleiter : Jenseits der Taktrate

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Das Ringen geht weiter Bild: dpa

Wer hat den Schnelleren? Intel und AMD streiten um die Leistungsfähigkeit ihrer neuesten PC-Prozessoren.

          Im Rennen um die Leistungsfähigkeit von PC-Prozessoren sieht sich Intel vorn. Der weltgrößte Chip-Hersteller hat am Montag mit einem 2,2 Gigahertz (GHz) schnellen Pentium 4-Modell den Abstand zum größten Konkurrenten AMD scheinbar vergrößert. Da nutzte es dem Konkurrenten nur wenig, ebenfalls am Montag den neuen Athlon XP 2000+ vorzustellen. Der AMD-Chip ist gegenüber dem Intel-Prozessor nur mit mageren 1,67 GHz getaktet - soll allerdings mindestens die gleiche Leistung bringen, wie ein 2 GHz-Pentium 4.

          Für AMD ist die vermeintliche Schlappe im Wettstreit um die Prozessortaktung daher kein Grund, den Kopf verschämt in den Sand zu stecken. „Wir sind bereits jenseits des alleinigen Taktratenvergleichs“, sagt ein AMD-Sprecher. Der Prozessorhersteller aus Sunnyvale im kalifornischen Silicon Valley hat seit der Markteinführung von Intels Pentium 4 mit zwei GHz die Taktraten durch eine andere Größe ersetzt. Der Name der Prozessoren aus der Athlon XP-Reihe soll den Kunden jenseits von Hertzfrequenzen Aufschluss über die tatsächliche Leistung der AMD-Systeme bei Anwendungsprogrammen geben. Zumindest erzielten AMD-Chips in der Vergangenheit bei geringerer Taktrate in vielen Praxistest bessere Ergebnisse als die Modelle des Marktführers.

          Hauen und Stechen

          So ist man sich bei AMD sicher, dass die Strategie aufgegangen sei. Händler erwähnten die Taktrate zwar in ihren Anzeigen meist noch, doch der Name des Chips und damit die von AMD angegebene Leistung steht im Vordergrund. Konkurrent Intel wirft dem Chiphersteller deshalb vor, Händler und Kunden hinters Licht zu führen. „Es gibt Anzeigen, in denen die tatsächliche Taktrate eines Athlon XP 1900+ mit 1,9 GHz an gegeben wird“, bemängelt ein Intel-Sprecher. Die eindeutige Vergleichsgröße Taktrate habe AMD durch eine künstliche Größe ersetzt. Sinnvoller wäre es, den Vergleich über so genannte Benchmarktests zu führen, mit denen für einzelne Anwendungen die genaue Leistungsfähigkeit eines Computersystems ermittelt werden kann.

          Während Intel keine Zahlen zum Marktanteil in Deutschland veröffentlicht, gibt AMD an, dass sich im dritten Quartal des vergangenen Jahres 56 Prozent der Privatkunden für ein AMD-System entschieden haben. Im Geschäftskundenbereich sei zwischen drittem Quartal 2000 und drittem Quartal 2001 der Marktanteil von 7 auf 20 Prozent gestiegen.

          Der Erfolg von AMD gründet sich nach eigenen Angaben vor allem auf den Preis, denn dabei schnitten Athlon-Systeme besser ab als Intel-PC, sagte der AMD-Sprecher. Bei Intel ist man sich durchaus bewusst, oft teurer zu sein. Dafür seien die Pentium 4-Prozessoren gegenüber den AMD-Chips jedoch in einigen Bereichen deutlich besser, argumentiert der Intel-Sprecher. So benötigte ein Pentium 4 weniger Strom als ein Athlon. Dadurch entwickle der Prozessor weniger Wärme, was die Wahrscheinlichkeit eines Systemausfalls verkleinere.

          Fragwürdiger Leistungsrausch

          Klar ist beiden Anbietern, dass ihre modernen PC-Systeme für Privatkunden in der Regel überdimensioniert sind. Die letzten Leistungsreserven eines Pentium 4 würden tatsächlich nur bei Anwendungen wie der Video-Verarbeitung gebraucht, sagt etwa der Intel-Sprecher. Der durchschnittliche Anwender kommt also problemlos mit einem System aus, das eine oder zwei Stufen unter der Maximal-Leistung heutiger PCs liegt.

          Allerdings haben technische Neuerungen wie MP3, Streaming-Verfahren im Netz oder die Möglichkeit der Aufnahme von DVDs die Anforderungen an herkömmliche PCs erhöht. Die Leistungsbandbreite etwa von digitalen Kameras oder Camcordern, die im Weihnachtsgeschäft zu den Rennern gehörten, könnten nur zusammen mit leistungsfähigeren PCs voll ausgeschöpft werden, sagt Intel-Vizepräsident Louis Burns.

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