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Halbleiter : Infineon-Talfahrt weniger steil

  • Aktualisiert am

Halbleiter mit einem schmalen Hoffnungsstreifen Bild: dpa

Das Geschäft in der Halbleiter-Branche bleibt schwierig, darüber kann auch eine leicht gestiegene Nachfrage nicht hinwegtäuschen.

          2 Min.

          Der Halbleiterhersteller Infineon erwirtschaftet im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2002 weiter Verluste. Gemessen am Minus des vorangegangenen Quartals konnte sich das Unternehmen jedoch verbessern. Auch erste positive Anzeichen für eine Erholung der Nachfrage im Bereich der mobilen Kommunikation will man bei Infineon ausgemacht haben.

          Das Ebit (Gewinne vor Zinsen und Ertragssteuern) betrug 564 Millionen Euro. Dies entspricht einer Verbesserung gegenüber dem vierten Quartal des abgeschlossenen Geschäftsjahres, in dem der Verlust noch 882 Millionen Euro betragen hatte. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2001 wurde noch ein positives Ebit von 446 Millionen Euro erzielt.

          Der Marktumfeld und Preisverfall

          Der Umsatz erreichte im abgelaufenen Quartal 1,03 Milliarden Euro, was einem Rückgang von 5 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2001 entspricht und 38 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

          Ursachen für den Umsatzrückgang waren nach Angaben des Unternehmens hauptsächlich das anhaltend schwierige Marktumfeld in der Halbleiterindustrie, insbesondere in den Bereichen drahtgebundene Kommunikation und Chipkarten. Zudem leide das Ergebnis weiter unter dem starken Preisverfall, insbesondere bis Mitte November 2001 bei Speicherprodukten.

          Keine wirkliche Erholung

          "Die Umsatzperformance von Infineon war durch die anhaltend starke Nachfrage bei Speicherprodukten sowie eine moderate Nachfrageerholung im Bereich mobile Kommunikation gekennzeichnet", sagte Ulrich Schumacher, Vorstandsvorsitzender der Infineon Technologies. "Doch diese positive Entwicklung konnte den fortgesetzten Rückgang der Nachfrage für Halbleiter in traditionellen Telekommunikations-Infrastrukturprodukten und die durch schwache Nachfrage und Bestandsabbau rückläufigen Umsätze mit Chipkarten-ICs nicht voll ausgleichen."

          Es bleibt schwierig

          Infineon erwartet, dass das Marktumfeld auch weiterhin durch starken Wettbewerb geprägt sein wird, einhergehend mit starkem Preisdruck in den meisten Geschäftsbereichen über die nächsten Monate.

          Mobilmarkt besser als 2001

          Nach der Marktschwäche bei Mobiltelefonen im Jahr 2001 sieht Infineon erste Anzeichen einer moderaten Erholung bei der Nachfrage nach Mobiltelefonen. Diese Entwicklung, so die Hoffnung des Unternehmens, werde durch die Einführung der nächsten Generation von GSM/GPRS- Geräten in der ersten Jahreshälfte 2002 sowie durch ein verstärktes Ersatz-Geschäft gestützt.

          Der Verlust hat viele Väter

          Der Verlust des vorausgegangenen Quartals errechnet sich, so Infineon in seiner Ad-hoc-Mitteilung, aus einmaligen Sondereffekten von 307 Millionen Euro für die Abschreibung von Lagerbeständen, akquisitionsbedingten Aufwendungen, Restrukturierungskosten und Wertminderungen sowie Erlösen aus dem Verkauf von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Geschäftsaktivitäten.

          Der Nettoverlust betrug 331 Millionen Euro, was eine Verbesserung gegenüber dem vorausgegangenen Quartal mit einem Nettoverlust von 523 Millionen Euro darstellt. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum wurde noch ein Nettogewinn von 280 Millionen Euro erzielt. Der Verlust pro Aktie betrug im abgelaufenen Quartal 0,48 Euro, gegenüber einem Verlust pro Aktie von 0,76 Euro im vorausgegangenen Quartal und einem Gewinn pro Aktie von 0,45 Euro im ersten Quartal des vorausgegangenen Geschäftsjahres.

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