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Halbleiter : AMD schimpft auf Intel

  • Aktualisiert am

Computerchips bleiben Problembranche Bild: dpa

Der amerikanische Chiphersteller AMD muss empfindliche Umsatzrückgänge hinnehmen und sieht sich als Opfer des Preiskampfes mit Intel.

          Der anhaltende Preiskampf mit Intel schlägt sich deutlich in den Zahlen von AMD nieder. Der Chiphersteller ist im dritten Quartal 2001 unter den Prognosen des Unternehmens und der Analysten geblieben.

          Im Vergleich zum Vorquartal sei auf Grund eines „sehr aggressiven Preiswettbewerbs“ auf dem Computerchip-Markt der Umsatz um 22 Prozent statt der bislang erwarteten 15 Prozent eingebrochen. Als Nettoverlust würden 90 bis 110 Millionen Dollar oder 26 bis 31 Cents je Aktie erwartet. Analysten hatten im Durchschnitt lediglich mit einem Verlust je Aktie in Höhe von zwölf Cents gerechnet. AMD verkaufte im dritten Quartal mit 7,7 Millionen genauso viele Prozessoren für Personal Computer wie im Vierteljahr zuvor, womit der Rekordabsatz wiederholt wurde. Dennoch sank der Umsatz auf 766 Millionen Dollar von zuvor 985,3 Millionen Dollar.

          Intel ist schuld

          AMD machte für den Umsatzeinbruch den weltweiten Branchenführer Intel verantwortlich. Dessen Preissenkungen und Marketingkampagnen hätten die durchschnittlichen Verkaufspreise für Prozessoren in jenen Marktsegmenten in den Keller getrieben, in denen man direkt miteinander konkurriere. Auf Grund des konstanten eigenen Absatzniveaus gehe man jedoch davon aus, dass trotz des schwierigen Marktumfelds bei Personal Computern der eigenen Marktanteil mindestens gehalten oder sogar gestiegen sei.

          Die Halbleiter- und Computerbranche haben in den vergangenen Monaten im Zuge der weltweiten Konjunkturschwäche eine deutlich gesunkene Nachfrage verspürt. Einige Analysten erwarten einen Rückgang des weltweiten Chip-Umsatzes in diesem Jahr um bis zu 34 Prozent. AMD hatte Ende September angekündigt, im Rahmen eines Kostensenkungsprogramms 15 Prozent seiner Arbeitskräfte einsparen zu wollen. Auch Intel hatte bereits im März einen Stellenabbau beschlossen.

          Sogwirkung trifft Infineon

          Eine Sprecherin des Münchener Halbleiterkonzerns Infineon Technologies äußerte sich zum eigenen Abschneiden im abgelaufenen vierten Quartal des Geschäftsjahres 2000/01 nicht. Sie verwies auf die derzeitige Schweigepflicht nach dem Ende des Geschäftsjahres, während der öffentliche Aussagen zum Geschäftsverlauf bis Bekanntgabe der Bilanz verboten seien. Infineon will seine Geschäftszahlen am 13. November vorlegen.

          Das Unternehmen verwies zudem darauf, dass man eine andere Geschäftsausrichtung als die US-Unternehmen AMD und Intel habe. Die US-Konzerne seien auf Mikroprozessoren spezialisiert, während Infineon vor allem Speicher- und Kommunikations-Chips herstelle. Gegen einen weitgehend behaupteten Trend an den Aktienmärkten büßten Infineon bis Mittag knapp fünf Prozent auf 14,07 Euro ein.

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