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Internetseiten lahmgelegt : Schwerer Hackerangriff auf Union

  • Aktualisiert am

Der Berliner Reichstag im Januar 2015 Bild: dpa

Eine vermutlich prorussische Hackergruppe hat die Internetseiten des Bundestags, des Kanzleramts und der Bundes-CDU lahmgelegt. Sie begründete dies mit der Unterstützung für die ukrainische Regierung.

          Die Internetseite der Bundes-CDU ist von anonymen Computer-Hackern zeitweise lahmgelegt worden. Auch die Seiten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und des Deutschen Bundestags waren am Mittwoch stundenlang blockiert. „Es gibt eine Attacke auf den Internetserver der CDU Deutschlands“, erklärte die Parteizentrale am Mittwochabend auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Inzwischen sind die Seiten alle wieder erreichbar.

          Zu diesen Attacken bekannte sich eine prorussische Hacker-Gruppe aus der Ukraine namens CyberBerkut. Sie begründete dies mit der Unterstützung der Bundesregierung für den ukrainischen Ministerpräsidenten Arseni Jazenjuk, der am Mittwoch und Donnerstag Deutschland besucht. Die Bundesregierung will unter anderem Kreditgarantien für Wiederaufbauprojekte in der umkämpften Ostukraine in Höhe von 500 Millionen Euro übernehmen.

          CyberBerkut erklärte, Jazenjuk wolle in Berlin neue Gelder erbitten, um damit den bewaffneten Konflikt in der Ostukraine fortzusetzen. Deutschland dürfe aber keine politische und finanzielle Unterstützung leisten für das „kriminelle Regime in Kiew“, das einen blutigen Bürgerkrieg entfesselt habe. Ein Cyber-Angriff in dieser Größenordnung und über so viele Stunden war eine neue Dimension.

          Regierungssprecher Steffen Seibert betonte in Berlin, die Attacke hätte gegen 10 Uhr begonnen, die vom Bundespresseamt betriebenen Internetauftritte seien zeitweise nicht mehr erreichbar gewesen. Das Rechenzentrum des Dienstleisters stehe „unter einem schweren Angriff“, verursacht offensichtlich durch eine Vielzahl externer Anfragen. Am schwersten betroffen waren die Seiten www.bundestag.de und www.bundeskanzlerin.de. Auch das Internetangebot des Auswärtigen Amtes war zeitweise betroffen und nicht mehr zu erreichen.

          Während die Bundestagsseite am Nachmittag wieder funktionierte, war das Internetangebot Merkels auch nach über sieben Stunden weiter lahmgelegt.

          Ziel des Angriffs sei wohl, das System gezielt zu überlasten, sagte Seibert. „Es sind Gegenmaßnahmen eingeleitet.“ Das Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sei eingeschaltet worden. Das BSI verzeichnet durchschnittlich einmal im Monat einen Denial-of-Service(DoS)-Angriff auf Webseiten der Bundesbehörden.

          Eine Sprecherin des Bundestags sagte: „Wir können bestätigen, dass ein Hackerangriff auf die Seite www.bundestag.de stattgefunden hat.“ Davon betroffen sei der externe Dienstleister, der diese Website im Auftrag des Bundestages betreue. „Interne IT-Systeme des Deutschen Bundestages sind davon nicht betroffen“, betonte die Sprecherin.

          Auch Nato schon Ziel der Hacker

          CyberBerkut war wiederholt mit politisch motivierten Netz-Attacken in Erscheinung getreten. Auch Internet-Seiten der Nato waren schon Ziel ihrer Angriffe. Auf ihrer Website veröffentlichte die Gruppe zuletzt im November allem Anschein nach geheime Dokumente über eine militärische Unterstützung der Ukraine durch die USA. Nach eigenen Angaben war es der Gruppe gelungen, sie während eines Besuchs von US-Vizepräsident Joe Biden in Kiew zu hacken.

          Der Name erinnert an die aufgelöste ukrainische Sonderpolizei Berkut (Steinadler). Gegründet vor allem zur Verbrechensbekämpfung, traten die Einheiten auch bei den blutigen Zwischenfällen auf dem Unabhängigkeitsplatz (Maidan) in Erscheinung. Über die Struktur von CyberBerkut ist nicht viel bekannt, die Mitglieder agieren weitgehend anonym.

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