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Energieversorgung : Habecks Diener in Qatar war doch nicht ganz umsonst

Qatars Energieminister Saad Scharida al-Kaabi Bild: AFP

Im Frühjahr erntete die Bundesregierung viel Häme für ihr plötzliches Interesse an Qatar. Jetzt schließt das Emirat einen ersten Flüssiggasvertrag für Brunsbüttel. Und dabei bleibt es nicht.

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          Eigentlich ist das kleine Emirat wegen seiner politischen, sozialen und rechtsstaatlichen Missstände in der Ampelkoalition nicht gut gelitten, wie sich bei der Fußballweltmeisterschaft zeigt. Außerdem lebt es von Öl und Gas, jenen fossilen Quellen, die Berlin im Sinne des Klimaschutzes austrocknen will. Doch im März, nach dem russischen Überfall auf die Ukraine, reiste Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) überstürzt nach Doha und verneigte sich tief vor dem Handelsminister.

          Helmut Bünder
          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.
          Christian Geinitz
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin

          Das Bild dieses Dieners wurde als Ausdruck deutschen Katzbuckelns verstanden, um an qatarisches Flüssiggas (LNG) als Ersatz für russische Importe zu gelangen. Qatar hat weniger Einwohner als Berlin, verfügt hinter Russland und Iran aber über die größten Gasreserven. Im Mai konnte Habeck mit Qatars Energieminister Saad Scharida al-Kaabi eine Energiepartnerschaft schließen. Mit dabei waren auch der Emir sowie Kanzler Olaf Scholz (SPD). Doch echte Lieferverträge gab es lange nicht, sodass Skeptiker die Vorstöße als gescheiterte Anbiederung kritisierten. Der Bund verwies darauf, dass er lediglich die politischen Bedingungen schaffen könne, die Verträge müssten die Handelsgesellschaften untereinander schließen.

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