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Konjunktur nach Gustav Horn : Gutscheine für Bad Belzig

Gustav Horn Bild: Stefan Boness/Ipon

SPD-Vorstand Gustav Horn hat in Brandenburg ein ganz eigenes Konjunkturpaket durchgesetzt.

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          Er hat sich durchgesetzt. Knapp war’s für Gustav Horn, den ehemaligen Leiter des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung und aktuellen SPD-Bundesvorstand: Sein Vorschlag eines Zehn-Euro-Konsumgutscheins für die Einwohner von Bad Belzig ist in der vergangenen Woche angenommen worden, mit den Stimmen von Horns SPD und einigen der lokalen Wählervereinigung „Wir vom Dorf“ – die Grünen enthielten sich, die CDU und der parteilose Bürgermeister von Bad Belzig waren dagegen.

          Patrick Bernau

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Horn war schon immer ein Freund keynesianischer Konjunkturpolitik. Mit dem im Frühling beschlossenen Corona-Konjunkturpaket der Bundesregierung ist er dagegen nicht besonders zufrieden. Vor allem die Mehrwertsteuersenkung sei nicht gezielt, „ein Schrotschuss“, wie er sagt.

          Gibt es Handel mit den Gutscheinen?

          Horns Idee: Jeder Einwohner bekommt zehn Euro, die er in diesem Jahr im Ort ausgeben muss. Etwas Auswahl gibt es da schon: Obwohl Bad Belzig nur 11 300 Einwohner hat, die sich über den Kern und 15 Ortsteile verteilen, sitzt dort die Verwaltung des Landkreises Potsdam-Mittelmark, ein historischer Ortskern und eine Burg locken Touristen an.

          Anders als bei den Schnitzelgutscheinen in Wien oder Traunstein dürfen die Einwohner ihre Gutscheine in allen Belziger Läden ausgeben, die von Corona betroffen waren. In Wien wurden die Schnitzelgutscheine bald im Internet verkauft, die Gutscheine gingen dann oft an diejenigen, die sowieso ins Restaurant wollten - so verkaufte Gutscheine schaffen keinen zusätzlichen Umsatz in den Betrieben. Horn hofft andererseits darauf, dass mancher doch extra aus- oder in den Laden geht und dann vielleicht sogar für 20 Euro einkauft statt für 10.

          Die Gutscheine kosten insgesamt 113.000 Euro plus Druck. Das ist fast so viel wie die Zuweisungen aus dem kommunalen Rettungsschirm des Landes Brandenburg.

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