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Günstig gießen : Der Garten hat Durst

  • -Aktualisiert am

Wasser Marsch: Günstig gießen Bild: Sick, Cornelia

Bei Temperaturen über 30 Grad brauchen Balkonpflanzen, Beet, Hecken und Rasen jede Menge Wasser. Das kostet Zeit und Geld. An beidem kann man sparen: Mit guten Geräten, einer zweiten Wasseruhr, Regenwasser - und dem richtigen Timing.

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          In den Städten sind die Rasenflächen inzwischen eher braun-vertrocknet als grün-saftig. In den Gärten knicken die Pflanzen bei 36 Grad im Schatten ein und erheben sich erst wieder, wenn sie etwas zu trinken bekommen. Wer einen Garten hat, steht jetzt nach der Arbeit erst mal ein bis zwei Stunden an Schlauch und Gießkanne (siehe Günstig gießen: Tipps für Balkon, Beet und Rasen).

          Doch das muss nicht sein: Mit der richtigen Gießtechnik oder guten Geräten kann man sich diese zwei Stunden auch auf den Liegestuhl in die Abendsonne legen - oder selbst schwimmen gehen.

          Das Wichtigste ist, die richtige Uhrzeit zu erwischen. Das Schlimmste wäre, in der Mittagshitze zu wässern, denn dann verdampft ein Großteil des Wassers, bevor es bei den Wurzeln ankommt - auch wenn es so aussieht, als könnten die Pflanzen in der größten Hitze das meiste Wasser gebrauchen. Tropfen, die auf den Blättern oder Grashalmen hängen bleiben, wirken wir Miniatur-Lupen, die den Sonnenstrahl noch verstärken und die Pflanzen verbrennen. Eine Studie der Uni Hohenheim hat ergeben, dass bis zu 90 Prozent des Wassers, das man mittags gießt, verschwendet ist.

          Sprühanlage eines Wassertankwagens in Werne an der Lippe: Alle brauchen jetzt viel Wasser

          Bewässerungscomputer und Wasseruhr

          Also: Entweder morgens vor der Arbeit gießen oder spätabends. Auch zwischen 18 und 20 Uhr, wenn viele nach Hause kommen und noch alles bewässern, weil es so vertrocknet aussieht, tut man den Pflanzen damit nicht den größten Gefallen, denn der Boden ist dann noch sehr warm. Die beste Zeit zum Gießen ist tatsächlich nachts zwischen drei und vier Uhr. Dann ist die Erde am kühlsten, außerdem hat sich noch Tau gebildet, man braucht also weniger Wasser, bis die Wurzeln feucht genug sind. Hier verdunsten maximal zehn Prozent des Wassers. Wer den Fehler macht, zu gießen, bevor der Boden überhaupt kalt wird, riskiert, dass der Boden durchfeuchtet und Schnecken anlockt.

          Doch weil niemand nachts aufstehen will, nur damit es den Pflanzen gutgeht und man möglichst viel Wasser sparen kann, wurden Bewässerungscomputer erfunden. Die lassen sich direkt an den Wasserhahn anschließen, individuelle Programme verteilen das Wasser zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Die Computer kosten zwar zwischen 60 und 150 Euro - je nachdem, ob sie mit Batterien oder Solarstrom laufen - aber können sich bei großen Gärten schnell rechnen, weil man so viel Wasser spart. Es können auch verschiedene Automaten für einzelne Wasserkreisläufe angeschlossen werden, einer für den Rasen, einer für die Beete und einer für die Blumenkästen.

          Eine Möglichkeit, um Wassergeld zu sparen, ist eine zweite Wasseruhr. Viele gießen ihre Pflanzen mit Trinkwasser aus dem Hahn. Die Wasserpreise steigen seit Jahren. Ein Vier-Personen-Haushalt verbraucht im Durchschnitt etwa 150 Kubikmeter Wasser im Jahr. Der Wasserpreis für Haushalte im Jahr 2009 lag bei 1,88 Euro pro Kubikmeter. Der Durchschnittshaushalt bezahlt damit 282 Euro für Wasser im Jahr.

          Wer mit Trinkwasser gießt, zahlt aber auch noch den Abwasserpreis für jeden Liter, der aus der Leitung fließt. Das muss nicht sein. In vielen Gemeinden kann man sich eine zweite Wasseruhr an den Hahn installieren lassen, aus dem das Gartenwasser kommt. Das empfiehlt Jürgen Herrmannsdörfer, der Vorsitzende des Bundesverbandes der Einzelhandelsgärtner - so lassen sich teilweise bis zu 50 Prozent der Wasserkosten fürs Gießen sparen. Einfach, weil es im Garten versickert und nicht durch die Rohre fließen muss.

          Regentonne und Tropfsysteme

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