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Versuch nicht verlängert : Finnland verliert die Lust am Grundeinkommen

Demnächst wieder Wartemarken: Eine Geschäftsstelle der finnischen Sozialversicherung Kela, die den Grundeinkommens-Versuch durchführte. Bild: EPA

Allein der Test hatte für Aufsehen gesorgt: Statt Sozialhilfe zahlt Finnland derzeit einigen Arbeitslosen ein bedingungsloses Grundeinkommen. Doch damit ist es nun vorbei.

          Die finnische Mitte-rechts-Regierung hat sich von dem Gedanken verabschiedet, ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle einzuführen. Der Anfang des vergangenen Jahres begonnene Test eines solchen Grundeinkommens, der international für großes Aufsehen gesorgt hatte, soll zwar noch wie geplant bis zum Ende dieses Jahres weiterlaufen. Danach wird das Experiment aber nicht fortgesetzt.

          Sebastian Balzter

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          „Wir haben empfohlen, den Test auszuweiten, um belastbare Ergebnisse zu erhalten“, sagte Olli Kangas, der für das Projekt zuständige Leiter des Forschungsinstituts der finnischen Sozialversicherung, der F.A.Z.. „Aber daran besteht offensichtlich kein Interesse.“

          Bislang besteht das Experiment darin, dass 2000 zufällig ausgewählte finnische Arbeitslose anstatt der üblichen Sozialleistungen 560 Euro im Monat erhalten und ohne Auflagen dazuverdienen dürfen. Die Forscher wollen auf diese Weise herausfinden, ob die Probanden auf diese Weise schneller einen Job finden als im herkömmlichen Sozialsystem.

          Als Nächstes wollten sie untersuchen, wie sich eine solche regelmäßige Zahlung auf Erwerbstätige auswirkt, und dafür 10 000 weitere Probanden rekrutieren. Dazu wird es nicht mehr kommen. „Das hätte längst beschlossen werden müssen“, sagte Kangas. „Dafür ist es zu spät.“

          Besonders eifrige Anhänger des Grundeinkommens hatten das finnische Experiment von Anfang an kritisiert, weil sie die ausgezahlte Summe für zu niedrig halten; nötig seien in einem hochentwickelten Industrieland eher 1000 Euro im Monat, argumentieren sie.

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