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Nach Unfall in Berlin : Streit um SUVs in den Städten

  • Aktualisiert am

Zahllose neue Porsche Cayenne stehen auf dem Gelände des Porsche Werks Leipzig. Bild: dpa

Sportgeländewagen sind bei Autokäufern beliebt, stehen aber nicht erst seit dem tödlichen Unfall in Berlin in der Kritik. Der Vorstoß des Grünen-Politikers Oliver Krischer ist allerdings besonders drastisch.

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          Nach dem für vier Menschen tödlichen Unfall in Berlin fordern die Grünen Regelungen, um große Sportgeländewagen (SUV) aus Innenstädten verstärkt herauszuhalten. „Wir brauchen eine Obergrenze für große SUV in den Innenstädten“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Oliver Krischer, dem „Tagesspiegel“. „Am besten wäre eine bundesrechtliche Regelung, die es Kommunen erlaubt, bestimmte Größenbegrenzungen zu erlassen.“

          In diesem Jahr würden nach Branchenschätzungen erstmals über eine Million der geländegängigen Limousinen, sogenannte „Sport Utility Vehicle“ (SUV), in Deutschland neu zugelassen, schreibt die Zeitung. Der Marktanteil werde auf rund ein Drittel steigen. Der Verkehrs- und Umweltexperte Krischer sagte: „Die Autos brauchen immer breitere Parkplätze in Städten, wo der Raum immer knapper wird. Sie sind eine Gefahr gerade für Fußgänger und Radfahrer.“ Es brauche dringend eine Debatte, „wie groß die Autos denn noch werden sollen, die in unseren Innenstädten rumfahren“.

          „Keine Verbotsdebatte lostreten“

          Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt sprach sich bei einem Talk der „Bild“-Zeitung derweil gegen ein Verbot aus. SUVs sollten aber durch Steuern wesentlich teurer werden, sagte sie am Montag: „Die Frage, was es kostet, ist viel entscheidender als ein Verbot.“ Sie wünsche sich eine „vernünftige Gleichberechtigung zwischen Fahrradverkehr, Fußverkehr und Autos“. Göring-Eckardt forderte „Vorfahrt für diejenigen, die vernünftig fahren: die elektrisch fahren und die ohne CO2 fahren“.

          Der CDU-Innenpolitiker Philipp Amthor sagte bei „Bild“: „Dieser Unfall schockiert. Er zeigt das Gefährdungspotential. Aber ich würde keine Verbotsdebatte lostreten.“ Der rechtliche Rahmen sei durch die Straßenverkehrsordnung bereits gesetzt.

          Unfallhergang unklar

          Der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Jürgen Resch, forderte im „Tagesspiegel“ rasch umsetzbare Maßnahmen gegen SUV: Entweder eine City-Maut, die die Einfahrt in Städte für große, schwere Wagen sehr teuer mache – oder ein Parkverbot beziehungsweise deutlich erhöhte SUV-Parkgebühren in Städten.

          Der Unfall in Berlin hatte am Wochenende umgehend eine politische Debatte über SUV-Autos in Städten angefacht. Ein solcher hochmotorisierter Wagen war am Freitagabend im Zentrum der Hauptstadt von der Straße abgekommen und hatte vier Fußgänger tödlich verletzt, darunter einen dreijährigen Jungen. Die Polizei machte am Sonntag noch keine näheren Angaben, wie es zu dem Unfall kommen konnte.

          Geschwindigkeit relevanter?

          SUVs sind bei Autokäufern in Deutschland zunehmend beliebt, obwohl sie von Kritikern als besonders umweltschädlich bezeichnet werden. Der Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte, Stephan von Dassel (Grüne), sagte am Wochenende: „Solche panzerähnlichen Autos gehören nicht in die Stadt.“ Jeder Fahrfehler bedeute Lebensgefahr für Unschuldige. Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) reagierte zurückhaltender: „Wir müssen analysieren, wie es zu diesem schrecklichen Unfall kommen konnte, bevor wir Konsequenzen ziehen können.“

          „Man kann nicht einfach sagen: SUV ist grundsätzlich gefährlicher als ein Polo oder als ein Smart“, sagte der Unfallforscher Siegfried Brockmann vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft indes der Deutschen Presse-Agentur. Mehr Einfluss als das Gewicht hätten Geschwindigkeit und Art des Zusammenstoßes. Im Berliner Fall hätte aber der Ampelmast einen Polo möglicherweise abgehalten.

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