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Walgreens und McKesson : Großfusion im deutschen Pharma-Großhandel geplant

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Bild: Picture-Alliance

Zwei der fünf führenden Apotheken-Großhändler in Deutschland wollen ihr Geschäft zusammenlegen. Gemeinsam könnten sie den bisherigen Marktführer überholen.

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          Die amerikanischen Pharmadienstleister Walgreens Boots Alliance und McKesson kündigten am Donnerstag an, ihre deutschen Pharmagroßhandels-Töchter Alliance Healthcare und Gehe Pharma Handel in einem Gemeinschaftsunternehmen zusammenzuführen. Gemeinsam könnten sie den bisher unangefochtenen Marktführer Phoenix überholen. Die beiden Pharmariesen wollten mit dem Zusammenschluss ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken, eine effiziente Belieferung der Apotheken sicherstellen und Skaleneffekte erzielen, hieß es in der gemeinsamen Mitteilung. Der Pharmagroßhandel steht unter Margendruck.

          Alliance Healthcare und Gehe sind in Deutschland in etwa gleich groß und beschäftigen im Großhandel je 2300 Mitarbeiter. An dem Joint Venture sollen aber Walgreens 70 und McKesson 30 Prozent halten. Wie Reuters aus Verhandlungskreisen erfuhr, erhält McKesson dafür eine „angemessene Entschädigung“. In der Mitteilung hieß es, zu finanziellen Einzelheiten sei Stillschweigen vereinbart.

          “Dieser Zusammenschluss bietet uns die Gelegenheit, auf ein komplexes Marktumfeld zu reagieren und den operativen Erfolg des Unternehmens zu sichern“, erklärte McKesson-Europa-Chef Kevin Kettler. Die Partner in spe rechnen aber mit einer langwierigen Prüfung durch die Wettbewerbshüter. Zuständig ist eigentlich die EU-Kommission, die den Fall aber ans Bundeskartellamt verweisen kann. Der Genehmigungsprozess wird nach Einschätzung der Fusionspartner mindestens sechs Monate dauern.

          In Deutschland teilt sich ein halbes Dutzend Großhändler den Markt mit der Belieferung der fast 20.000 Apotheken praktisch komplett auf. Marktführer ist nach Branchendaten die Mannheimer Phoenix Pharmahandel, die der Unternehmerfamilie Merckle gehört, mit einem Anteil von 28 Prozent, gefolgt von der genossenschaftlichen Noweda aus Essen. Die zu McKesson (ehemals Celesio) gehörende Gehe gilt als Nummer drei, die Frankfurter Alliance (ehemals Anzag) als Nummer fünf. Insgesamt setzten die deutschen Pharmagroßhändler 2017 rund 30,7 Milliarden Euro um, die Umsatzrendite ist nach einer Branchenstudie seit 2010 auf 4,4 von 5,8 Prozent gesunken.

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