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Niedrigere Wachstumsprognose : Wie der Brexit der Wirtschaft schadet

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Ein Stern muss weg. Das Wandbild des Künstlers Banksy zeigt einen Mann, der einen Stern aus der EU-Flagge entfernt. Bild: dpa

Der Brexit-Countdown läuft. Die britische Wirtschaft leidet schon jetzt unter der Unsicherheit. Lagerhallen sind ausgebucht. Investitionen werden verschoben. Und an den Zollkontrollen drohen Staus.

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          Das Gezerre um den Brexit will auch gut drei Monate vor dem geplanten EU-Austritt der Briten kein Ende nehmen. Die Chancen, dass Premierministerin Theresa May das mit Brüssel ausgehandelte Abkommen durchs Parlament bringt, gelten als gering. Am Dienstag steht die nächste schwierige Kabinettssitzung an. Labour-Chef und Oppositionsführer Jeremy Corbyn hat eine symbolische Vertrauensabstimmung noch vor Weihnachten angekündigt. Und trotz des nahenden Austrittstermins soll die Abstimmung über das Brexit-Abkommen erst nach dem 14. Januar stattfinden.

          Für die Wirtschaft auf beiden Seiten des Ärmelkanals ist das ein Alptraum. Seit zweieinhalb Jahren herrscht Ungewissheit darüber, wo es hingeht. Trotz höflich-positiver Reaktionen auf Mays Austrittsvertrag lässt auch der bislang vereinbarte Deal Unternehmen nicht wirklich aufatmen – die Unsicherheit würde nur verlängert.

          Das schlägt der britischen Wirtschaft inzwischen aufs Gemüt. Die dortige Handelskammer geht nur noch von einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1,2 Prozent zu rechnen, für 2019 dann von 1,3 Prozent, prognostizierte die Wirtschaftsvereinigung am Dienstag. Das wären die zwei schwächsten Jahre seit der Rezession vor einem Jahrzehnt. Die Unternehmen halten wegen der Unsicherheit Investitionen zurück. Der schwache Pfund treibt die Inflation.

          Unbehagen im Unternehmerverband

          Eine versehentlich an die Presse gelangte E-Mail des größten britischen Unternehmerverbands CBI offenbarte kürzlich das Unbehagen. „Das ist kein guter Deal“, schrieb Brexit-Expertin Nicole Sykes an einen Kollegen. Der Schwebezustand macht größere Investitionen unmöglich. Die noch immer nicht gebannte Gefahr eines Brexits ohne Abkommen zwingt viele in der Produktion und im Handel dazu, Vorräte anzulegen und Notfallpläne zu erstellen. Das kostet Geld und bindet Kapazitäten. Auch deutsche Firmen sind betroffen.

          Lastautos stehen am Hafen in Dover. Im Falle eines ungeordneten Brexits könnten die Schlangen noch viel länger werden.

          Bosch hat beispielsweise eine Investition von 39 Millionen Euro (35 Millionen Pfund) in den Bau einer neuen britischen Regionalzentrale zurückgestellt, wie ein Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilt. Im Oktober gaben 80 Prozent der britischen Unternehmen in einer großen CBI-Umfrage an, der Brexit habe einen negativen Effekt auf ihre Investitionsentscheidungen gehabt.

          Aufgeschoben könnte in vielen Fällen aufgehoben bedeuten. „Für viele Investitionen ist der Zug wahrscheinlich jetzt schon abgefahren“, sagt Ulrich Hoppe, Hauptgeschäftsführer der Deutsch-Britischen Industrie- und Handelskammer in London. „Gewisse Dinge, die ich unter Umständen woanders machen kann, in einem heute schon absehbar stabilen regulativen Umfeld, die mache ich jetzt woanders.“

          Teure Zollbürokratie

          Für den Fall eines ungeregelten Brexits rechnet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) allein für deutsche Unternehmen mit bis zu 10 Millionen zusätzlichen Zollanmeldungen jedes Jahr und mehr als 200 Millionen Euro an zusätzlichen Kosten nur durch diese Zollbürokratie. „Die eigentlichen Zölle könnten noch dazu kommen: Allein für die deutschen Autoexporte drohen dann Mehrbelastungen von rund zwei Milliarden Euro im Jahr.“

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