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Klimagipfel : Hart am Wind

Strom für eine Million Haushalte: Hundert Kilometer vor der Küste von Yorkshire liegt Hornsea 1, der größte Offshore-Windpark der Welt. Bild: Ørsted

Großbritannien präsentiert sich vor dem Klimagipfel in Glasgow als Musterschüler der Energiewende. Doch auch auf Atomkraft will man nicht verzichten.

          7 Min.

          Es ist kalt und stürmisch, das Meer rauscht. Im Dorf St Fergus an der nordöstlichen Spitze von Schottland zeigt sich kaum ein Mensch auf der Straße. Ein paar hundert Meter weiter liegt das wichtigste Gas-Terminal des Vereinigten Königreichs. Sicherheitszäune umschließen das Gelände mit den gewaltigen Röhren und Türmen. Hier kommt ein Großteil des britischen Erdgases aus der Nordsee ans Festland. Daneben haben BP, Shell und Total große Anlagen zur Gasaufbereitung gebaut. Besucher des Terminals müssen ihre Handys und elektronischen Geräte abgeben und Schutzkleidung anziehen. Im Inneren sitzen ein paar Männer in einem Kontrollraum. Stundenlang starren sie auf Bildschirme und überwachen, dass das Gas störungsfrei durch die Pipelines in den Süden fließt, nach Aberdeen.

          Philip Plickert
          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Erdöl und Erdgas haben Schottland Wohlstand gebracht. Aberdeen stieg zur „Ölhauptstadt Europas“ auf, seit den Siebzigerjahren wurde die Förderung massiv ausgebaut. Bis zu eine halbe Million Arbeitsplätze schuf die Petroleumindustrie in der Region: für die Männer auf den Bohrinseln, die Arbeiter im Hafen und in den Raffinerien, die Techniker an den Pipelines und Maschinen, die Manager der Energiekonzerne BP und Shell. Aberdeen, die Stadt aus grauweißem, kaltem Granit, wurde reich mit dem fossilen Brennstoff.

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