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Grossbritannien  : EU-Gegner planen Brexit-Museum

  • -Aktualisiert am

Dieser Wahlkampfbus, mit dem einst Boris Johnson durch das Land tourte, soll einen exponierten Platz im Brexit-Museum erhalten. Bild: Reuters

Plakate, Wahlkampf-Tassen und ein knallroter Bus: In Großbritannien soll ein Brexit-Museum entstehen. Erst einmal wird gesammelt.

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          Anhänger der rechtspopulistischen United Kingdom Independence Party (Ukip) und Unterstützer der antieuropäischen Leave-Kampagne planen ein „Museum of Sovereignty“. Es soll dokumentieren, was der antieuropäische Aktivismus seit dem Beitritt des Landes in die europäische Gemeinschaft im Jahre 1976 vollbrachte.

          Einer der Gründer war gar lange Zeit in der rechten, EU-skeptischen „Ukip“ aktiv: Gawain Towler leitete 13 Jahre lang die Medienabteilung der britischen Rechtspopulisten. Wie er behauptet, haben ein Großteil der akademischen Studien, die zum Brexit angestellt wurden, einen generellen Hang zur proeuropäischen Seite. „Man bekommt viel schneller Forschungsmittel, wenn man die Meinung derer vertritt, die die Entscheidungen treffen“, so Towler.

          Vor der Eröffnung muss die Wunde noch verheilen

          So ähnlich sieht das auch Lee Rotherham. Der britische Historiker und EU-Kritiker hofft eine „akademische Schatztruhe“ voller Artefakte zu schaffen, die nicht nur den Brexit-Prozess festhält, sondern auch das Treiben der Euroskeptiker dokumentiert, die seit vielen Jahrzehnten im Land aktiv seien. „Das meiste der seit 1976 getanen Arbeit wurde nicht digital konserviert und droht daher verloren zu gehen.“

          Und so wird auf der Internetseite des Museums gebeten, Gegenstände aller Art einzusenden, die mit dem antieuropäischen Aktivismus zu tun haben. Genaue Vorstellungen haben die Historik-Populisten bereits für die Eingangshalle: Dort soll einmal der knallrote Wahlkampfbus aus Zeiten des Referendums stehen, der auf seinen Seitenflächen propagiert, Großbritannien sende der EU wöchentlich 350 Millionen Pfund. Dass diese Behauptung vom britischen Statistikamt umgehend wiederlegt wurde, interessiert Rotherham allerdings weniger. Towler will zudem seine guten Kontakte zu Nigel Farage spielen lassen: „Vielleicht unterstützt er uns mit einem Aschenbecher und einem leeren Bierglas.“

          Wann das Museum der Souveränität eröffnen soll, konnten Rotherham und Towler allerdings nicht genau beantworten. Lediglich, dass es noch „zwei bis drei Jahre“ dauern könne, bis die Ausstellung möglicherweise in der ost-englischen Stadt Lincoln entsteht. Zudem sei ein bisschen Zeit von Nöten, bis der Brexit in der Nation „ausgeglichener“ betrachtet und das Thema unvoreingenommen behandelt werden könne. „Die Wunde muss noch verheilen und wir wollen sie nicht gleich wieder aufreißen.“

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