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Brexit und die Wirtschaft : Eine Delle, keine Katastrophe

Auf dem Weg zur Arbeit: Die von manchen prognostizierten hohen Arbeitsplatz-Verluste im Londoner Finanzsektor blieben aus. Bild: AFP

Die Prognosen zum Brexit waren überzogen, doch Investitionen und Wachstum haben gelitten. Mit dem Ende der Unsicherheit könnte es wieder aufwärts gehen.

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          Nur noch eine Woche, bis das Vereinigte Königreich tatsächlich aus der EU austritt. Dreieinhalb Jahre nach dem Brexit-Votum am 23. Juni 2016 ist es so weit. Im Rückblick zeigt sich, dass in der erbitterten Debatte beide Lager überzogen haben. Weder hat der Brexit-Beschluss zur wirtschaftlichen Katastrophe geführt, wie Kritiker fürchteten, noch bringt die Brexit-Aussicht einen Boom, von dem manche Austrittsanhänger träumten. Allerdings vermerkten Londoner Zeitungen mit Genugtuung, dass die neueste IWF-Prognose das Wirtschaftswachstum des Königreichs sowohl in diesem als auch im nächsten Jahr leicht über den Durchschnitt des Euroraums schätzt.

          Philip Plickert

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          An Warnungen hatte es nicht gemangelt, als im Juni 2016 überraschend 17,4 Millionen Briten für den Brexit stimmten. In einigen Prognosen war von einem sofortigen Einbruch der Wirtschaftsleistung die Rede. Die Konjunktur würde in die Knie gehen, sollten die Bürger für den EU-Ausstieg stimmen. Diese Horror-Prognosen erwiesen sich als falsch. Ende 2016 sagte daher der Chefvolkswirt der Bank von England, Andy Haldane, dass es statt einer Brexit-Krise eher eine Glaubwürdigkeitskrise der Ökonomen gebe. „Die Konsumenten und der Immobilienmarkt sind widerstandsfähiger, als wir erwartet haben“, sagte Haldane. Allerdings hatte die Notenbank unter ihrem Gouverneur Mark Carney mit einer Zinssenkung gegengesteuert, und der Pfund-Wechselkurs war nach dem Brexit-Votum stark gefallen, was die Exporte stützt. Das Jahr 2016 schloss die britische Wirtschaft mit fast 2 Prozent Wachstum ab, damit lag sie in der Gruppe der G-7-Wirtschaftsnationen im vorderen Feld knapp hinter Deutschland.

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