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Neue britische Regierung : Freihandelsabkommen mit Washington hat oberste Priorität

  • Aktualisiert am

Der britische Premierminister Boris Johnson und die Ministerin für internationalen Handel Liz Truss Bild: AFP

Handelsministerin Truss zeigt sich zuversichtlich vor den anstehenden Verhandlungen mit den Amerikanern. Die britische Industrie befürchtet derweil Nachteile in Europa - weil die EU schlecht auf einen No-Deal-Brexit vorbereitet sei.

          Die neue britische Ministerin für internationalen Handel räumt einem Freihandelsabkommen mit den Vereinigten Staaten oberste Priorität ein. Sie wolle dabei auf das „erfolgreiche Telefongespräch“ zwischen Präsident Donald Trump und Premierminister Boris Johnson aufbauen, schrieb Liz Truss am Sonntagabend in der Zeitung „The Telegraph“. Sie schloss dabei die Einbeziehung des britischen Gesundheitssystems NHS in die Verhandlungen aus.

          Truss soll der Zeitung zufolge in den kommenden Tagen den amerikanischen Botschafter Woody Johnson treffen, bevor sie in einigen Wochen zu Gesprächen mit Handelsminister Wilbur Ross und dem Handelsbeauftragten Robert Lighthizer nach Washington fliegt.

          Die amerikanische Regierung hat Großbritannien ein umfangreiches Handelsabkommen nach dem Brexit in Aussicht gestellt. Trump erklärte am Freitag nach dem Telefonat mit Johnson, ein derartiger Vertrag sei in Arbeit. Die britische Regierung erklärte ihrerseits, die Verhandlungen würden so bald wie möglich nach dem Austritt aus der EU beginnen. Trump hatte jüngst bei einem Besuch in Großbritannien für einen Aufschrei gesorgt als er erklärte, bei einem Handelsvertrag müsse alles auf den Tisch – „also der NHS und alles andere, oder viel mehr als das“. Später zog er dies zurück.

          EU hinkt London bei Vorbereitung auf No-Deal-Brexit hinterher

          Hinsichtlich der Handelsbeziehungen zur Europäischen Union ist die britische Industrie nicht so zuversichtlich: Wegen einer unzureichenden Vorbereitung der EU befürchtet sie bei einem ungeordneten EU-Austritt Nachteile. Mit der Ausnahme Irlands hinke die EU bei den Vorbereitungen auf einen No-Deal-Brexit Großbritannien „um einiges“ hinterher, erklärte die Confederation of British Industry (CIB) am Sonntag. Dies schaffe ein Ungleichgewicht: Die Waren und Dienstleistungen der EU-Staaten erhielten einen leichteren Zugang zu Großbritannien als die britischer Firmen zur EU. „Aus Unternehmenssicht ist Großbritannien zwar verantwortungsvoller vorgegangen“, hieß es. Damit sei das Land aber in eine schwächere Verhandlungsposition geraten.

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