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EU-Austritt : Brexit-Kompromisse

  • -Aktualisiert am

Wollen die Briten für den Binnenmarktzugang Geld an die EU zahlen? Sollte es so kommen, hätte die Regierung ein Glaubwürdigkeitsproblem. Ein Kommentar.

          1 Min.

          Nur ein verbaler Ausrutscher oder ein Signal der Kompromissbereitschaft? Diese Frage stellt sich, nachdem der britische Brexit-Minister David Davis jetzt erstmals signalisiert hat, dass Großbritannien nach dem EU-Austritt im Interesse seiner Exportwirtschaft weiter finanzielle Beiträge an den Staatenbund leisten könnte. Ob das ernst gemeint ist, bleibt abzuwarten, denn die Liste konfuser und widersprüchlicher Äußerungen britischer Regierungsmitglieder zum Brexit ist lang.

          Nimmt man die Worte des Ministers für bare Münze, dann nähern sich die Briten dem Modell Norwegens an. Die Skandinavier sind ebenfalls nicht in der EU, erkaufen sich aber einen weitgehend freien Zugang zum Binnenmarkt, indem sie viel Geld in die Brüsseler Kasse zahlen.

          Ein solches Arrangement den Bürgern auf der Insel zu verkaufen, wäre eine Herausforderung, denn dies entlarvte vollmundige Behauptungen führender Brexit-Befürworter vor dem Referendum als Wahlkampflüge. Hinzu kommt ein sehr viel brisanteres Problem: Norwegen hat sich zusätzlich verpflichtet, seine Grenzen für EU-Einwanderer offenzuhalten. Auch das haben britische Brexit-Vorkämpfer bisher kategorisch ausgeschlossen.

          Marcus Theurer

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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