https://www.faz.net/-gqe-91ij2

Nordea : Großbank flüchtet vor scharfer Regulierung aus Schweden

  • Aktualisiert am

Bedauert den Umzug der Großbank: Schwedens Finanzministerin Magdalena Andersson Bild: AP

Die schwedische Bank Nordea will der scharfen Regulierung im Heimatland entgehen. Daher verlagert Nordea ihren Hauptsitz nach Finnland.

          1 Min.

          Die Großbank Nordea verlagert wegen der scharfen Regulierung ihren Sitz von Schweden nach Finnland. Durch den Umzug in ein Land, das sich an der europäischen Bankenunion beteiligt, werde Nordea genauso reguliert wie seine europäischen Wettbewerber und könne Kosten sparen, erklärte das gemessen am Börsenwert neuntgrößte europäische Institut am Mittwoch. Das Geldhaus wird künftig von der Europäischen Zentralbank überwacht, die die größten Banken in der Euro-Zone kontrolliert.

          Schweden hat für seine Banken einige der schärfsten Kapitalvorschriften in Europa erlassen. Zudem hat die Mitte-Links-Regierung Wege geprüft, um die Geldhäuser stärker zu besteuern.

          Die schwedische Finanzministerin Magdalena Andersson sagte, sie hätte es gerne gesehen, wenn Nordea im Land geblieben wäre. Durch den Umzug des Instituts, das einst dem schwedischen Staat gehörte, sinke aber zugleich das Risiko durch den übergroßen Bankensektor. Die Bilanzsumme der schwedischen Geldhäuser liegt beim Vierfachen der Wirtschaftsleistung des Landes.

          Nordea bezifferte die Kosteneinsparungen durch die Verlagerung nach Finnland auf eine Milliarde Euro. In welchem Zeitraum diese erzielt werden sollen, ließ das Bankhaus offen.

          Durch den Umzug könnte Nordea schwedische Kunden vergrätzen. Einige Gewerkschaften haben gedroht, Gelder und Geschäfte abzuziehen. Zudem bringen die strengen Kapitalvorschriften Analysten zufolge auch Vorteile: Schwedische Geldhäuser können sich billiger refinanzieren als Wettbewerber. Ihre Kapital- und Dividendenpolitik will Nordea nach eigenen Angaben beibehalten.

          Weitere Themen

          Mehr Eigentum statt Miete

          Gesetzentwurf : Mehr Eigentum statt Miete

          Bundesbauminister Horst Seehofer will das geplante Umwandlungsverbot von Miet- in Eigentumswohnungen entschärfen.

          Topmeldungen

          Lockerungen in Sicht: In Regionen mit wenigen Fallzahlen will die britische Regierung den Lockdown abschwächen.

          Kampf gegen Corona : Wie gut wirkt der Impfstoff aus Oxford?

          Großbritannien schwächt den Corona-Lockdown demnächst ab. Das Land hofft auf einen in Oxford entwickelten Impfstoff. Dessen Wirksamkeit ist jedoch umstritten.
          Der Komiker und Musiker Karl Dall 2018 in Berlin

          Mit 79 Jahren : Komiker und Schauspieler Karl Dall ist tot

          Der Schauspieler und Komiker Karl Dall ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Wie seine Familie mitteilte, habe sich Dall nicht mehr von einem zwölf Tage zurückliegenden Schlaganfall erholt.

          Korruptionsverfahren : Die kalte Wut des Nicolas Sarkozy

          Der frühere französische Präsident Sarkozy muss sich vor Gericht wegen Korruptionsverdachts verantworten. Er tritt selbstbewusst auf – und einer der drei Angeklagten erscheint am ersten Verhandlungstag gar nicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.