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Größte Erhöhung seit 23 Jahren : Vom Rentenglück zur Rentensorge

  • -Aktualisiert am

Andrea Nahles Bild: dpa

Andrea Nahles bejubelt jetzt die stärkste Rentenanhebung seit 23 Jahren. Ob das auch die Berufseinsteiger tun?

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          Die gesetzliche Rente ist besser als ihr Ruf. Das wissen nicht nur die Rentner zu schätzen, die jetzt in den Genuss einer kräftigen Rentenerhöhung kommen. In den alten Ländern steigt die Rente um mehr als 4 Prozent. Da ostdeutsche Renten sogar um fast 6 Prozent zulegen, wird die Lücke zwischen west- und ostdeutschen Renten kleiner. Stolz bejubelt Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles die stärkste Rentenanhebung seit 23 Jahren – es sei ihr gegönnt. Von Juli an profitieren Rentnerinnen und Rentner vor allem von den merklich gestiegenen Löhnen, aber auch von der guten Lage am Arbeitsmarkt und dem Wachstum der Wirtschaft.

          Schon in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise hat die gesetzliche Rente gezeigt, wie stabilisierend ein Umlageverfahren wirken kann. Nun, in Zeiten ohne Zins, in denen die Europäische Zentralbank sogar Strafzinsen für Einlagen verlangt, rückt die positive Rendite der gesetzlichen Rente in den Blick. Die ist auch für die mittleren Jahrgänge attraktiv, die derzeit mit noch stabilen Beiträgen die Rente finanzieren. Wer privat vorsorgen will, muss unter weniger attraktiven Angeboten wählen. Ohne Zins kommt man mit einem klassischen Sparplan oder einer Lebensversicherung kaum auf einen grünen Zweig.

          Die staatlich geförderte Riester-Rente kann sich wegen der Zulagen für Familien mit Kindern lohnen, doch schlagen hier die Anbieter mit hohen Kosten zu. Der Kauf von Wohneigentum ist eine Überlegung wert, aber die Hauspreise sind in den Städten schon heftig gestiegen. Da für jede Immobilie die Lage entscheidend ist, muss im Einzelfall abgewogen werden, ob der Zinsvorteil des Kredits das höhere Preisrisiko aufwiegt. An der Börse ist es ähnlich. Aktien sind nicht billig, die Kurse sind durch die Nullzinspolitik ebenfalls verzerrt. Auch an der Börse gilt: Je jünger, desto mehr Risiko darf es sein.

          Für Berufseinsteiger ist der Blick auf die gesetzliche Rente weniger rosig. Heute kommen drei Arbeitnehmer mit ihren Beiträgen für einen Rentner auf, in dreißig Jahren sollen anderthalb Arbeitnehmer einen Rentner finanzieren. Das wird nicht funktionieren. Diese demografische Lücke können selbst noch mehr Flüchtlinge nicht schließen. Da in Deutschland mit Geschenken für Rentner Wahlen gewonnen werden (in der letzten Bundestagswahl zogen Mütter- und Frührente, in der nächsten lockt wohl die Lebensleistungsrente), fragen sich die Jungen, wie sich ihre Generation gegen noch mehr Lasten wehren kann.

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